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Palästina · 1912-01-01 · Heft 2 · p. Seite 33

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
9 (1912)
Issue
Heft 2
Article
Über die Bedeutung der Olivenkultur
Date
1912-01-01
Page
Seite 33 (sequence 1)
Language
German
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:: PALÄSTINA :: MONATSSCHRIFT FÜR DIE ERSCHLIESSUNG PALÄSTINAS. IX. JAHRGANG 1^912 hTfT~2 Ueber die Bedeutung der Olivenkultur, Von Dr. Aron Sandler-Breslau. (Schluß.) II. Der Oelbaum in Syrien und Palästina. Syrien ist wohl das Urland der Olivenzucht, wie es ja überhaupt kulturgeschichtlich, nicht zum wenigsten auch inbezug auf Obstbaumzucht eine große Rolle spielte. Syrien war auch der Ausgangspunkt des Handels mit Olivenöl Die Phönizier haben wohl zuerst das in Palästina und Syrien gewonnene Olivenöl zum Gegenstand des Welthandels gemacht und es den Aegyptern und den niindergesitteten Völkern des Westens bis nach Tartessos zugeführt. Seit drei bis vier Jahrtausenden bezieht Aegypten Oliven und Olivenöl zum großen Teile aus Palästina; auch insoferne erweist es sich als kein echtes Mittelmeerland, sondern als eine Oase im großen Wüstengürtel, als dort der Oelbaum fast nur an einer Stelle (in Fayum) als Fruchtbaum ins Gewicht fällt. In Palästina ist der Oelbaum offenbar uralter Besitz. Die Juden fanden ihn bereits in Fülle vor. „Oelbäume, die du nicht gepflanzt hast" werden den Juden im Lande der Verheißung zufallen. Neben Wein und Getreide wird der Olivenbaum in der Bibel als Teil des Wohlstandes genannt. Schon früh wurde die Olive ausgepreßt und, was an Oel nicht im Lande verbraucht wurde, exportiert. König Salomon zahlte aus seinen Oelvorräten an den König von Tyrus für die Zimmerleute, die im Libanon das Bauholz für den Tempel in Jerusalem fällten. Von jeher wurde besonders reiche Olivenzucht gerade im Südwesten Palästinas, im alten Philisterlande, getrieben, weil die Nähe des sicheren Absatzgebietes Aegypten und der wohlgeeignete Boden die Kultur am besten lohnte. Noch heute ist es in Palästina üblich, wie es bereits Moses geboten hatte, beim Abschlagen und Abschütteln der Bäume die Nachlese für die Armen zurückzulassen. Zahlreiche Bilder in der bilderreichen Sprache der Bibel sind dem Oelbaum entlehnt. Mit einem großen, schönen, fruchtbaren Oelbaume wird des Volkes Israel Herrlichkeit verglichen, oder das Glück des Frommen und seiner Kinder mit der Frucht des Oelbaums. Bekannt ist besonders das Bild, in dem der Psalmist den glücklichen, kinderreichen Familienvater preist: Deine Kinder werden sein wie Oelzweige um deinen Tisch herum. Gewiß ist die Kultur des Oelbaumes ein Zeichen hoher uralter Gesittung des Landes. Im Lande selbst wurde das Oel nicht nur zur Nahrung, sondern auch als Brennöl (man denke auch an die Lampe in der Stiftshütte), zum Salben von Haut und Haar und zum Opfer gebraucht. Der Kalkboden Palästinas ist dem Olivenbau sehr günstig; der Olivenhain gedeiht dort auf felsigem Boden 33

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