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Palästina · 1912-01-01 · Heft 1 · p. Seite 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
9 (1912)
Issue
Heft 1
Article
Über die Bedeutung der Olivenkultur
Date
1912-01-01
Page
Seite 16 (sequence 9)
Language
German
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gut, so hebt sich der Wohlstand, mehrere schlechte Ernten hintereinander mindern die Kaufkraft der Bewohner und beeinflußten den gesamten Handel auf das empfindlichste. Wie das Beispiel Südfrankreichs lehrt, vermag dieser eine Baum trotz der geringen Pflege, die er meistens erfährt, und die bewirkt, daß er nur ein Jahr ums andere die volle Ernte bringt, eine ungewöhnliche Verdichtung der Bevölkerung herbeizuführen. Während im gleichen Lande im Mittel 37 Köpfe auf einen Quadratkilometer kommen, sind es auf Korfu 130, die fast ausschließlich von den Erbägnissen des Oelbaumes leben. Wo in Mitteltunis heute ein bis drei Menschen auf ein Quadratkilometer leben, lebten deren in den ersten Jahrhunderten der christlichen Zeitrechnung 100, wie noch heute im tunesischen Sahel, soweit die Olivenhaine reichen, die Bevölkerungsdichte 100 beträgt. Auch insoferne besitzt der Oe bäum eine besondere Bedeutung, als er sehr bequem zu besteuern ist und somit eine sichere Einnahmsquelle für den St3at bildet. In Tunesien zahlt jeder Baum unter 10 Jahien 40, über 10 Jahre 50 Centimes Steuer im Jahre, und die Art der Beteuerung erweist sich als sehr wohltätig, da dadurch eine höchst borgsame Pf.ege den Besitzem ans Herz gelegt wiid, denn je reicher der Baum tiäjit, um so niedriger ist die Steuer. Bei sehr alten Bäumen, die sehr unregelmäßig tragen, wird die Ernte abgeschätzt. Zu welcher Einnahmsquelle aber für einzelne Staaten der Oelbaum wird, zeigt Tunesien. Dort wird, abgesehen von der Steuer, die auf dem Baume ruht und die bei zwölf Millionen Bäumen schon eine ansehnliche Summe bringt, für das Oel, welches im Lande verbraucht wird, und ehe es in den Handel kommt, eine Abgabe von 28 Prozent des Weites bezahlt, dann ein Ausfuhrzoll von 13 Prozent. Wird es schließt ch, wie meistens, nach Fra nkreich ausgeführt, so z*hlt man dort noch 5 Prozent des Wertes als Eingangszoll, also zusammen: 46 Prozent! Die Insel Kreta lieferte allein im Jahre 18S9 an S:aatsabg ben für das Oel l3/4 Millionen Fis. ab. Recht interessant und charakteristisch für die relativ leichte Pf.ege des Baumes ist ein Zustand, der sich in Korfu herausgebildet h«t. Dort h*t der Umstand, daß der Oelbaum auch ohne Pflege Ertrag bringt, die Landbevölkerung geradezu der Arneit entwöhnt, so d.iß sie selbst die einzige unerläßliche Arbeit, die Einte, möglichst lässig betreiben, die Früct te von Wind und Regen abweif n lassen, auf Haufen sammeln und sich soviel Zeit zum Pressen lassen, daß die Früchte zum Teil verderben. Nachdem wir in diesem ersten Abschnitt die Olivenkultur der Mittelmeerlander in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung gewürdigt haben, soll in einem zweiten Abschnitt der Stand dieser Kultur in Palästina betrachtet werden. (Fortsetzung.) x Bericht der ICA für 1910. Der Bericht der „Jewish Colonisation Association" über ihre Tätigkeit im Jahre 1910 enthält ausführliche Daten über die Entwicklung der Kolonien, wovon vielerlei bereits bekannt ist. Einige Mitteilungen all- 16

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