Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 9 (1912)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Einige Vorschläge zur Förderung der Landwirtschaft in Palästina
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 7)
- Language
- German
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aufwenden sollten, würden wir durch indirekte Vorteile reichlich zurückbezahlt bekommen. Was die einzelnen Vorschläge betrifft, mag man ja gegen den einen oder den anderen berechtigte Einwände erheben. Meine Aufgabe wäre aber erfüllt, wenn nur einige davon auf günstigen Boden fallen sollten. v Ueber die Bedeutung der Olivenkultur. Von Dr. Aron Sandler-Breslau. Im Jahre 1904 trat die Kommission zur Erforschung Palästinas in einem Artikel in der Palästinazeitschrift „Altneuland" an die jüdische Oeffentlichkeit mit dem Vorschlag heran, eine großzügige Sammeltätigkeit für die Aufforstung Palästinas zu eröffnen. Auf Grund beigefügter Berechnungen waren damals die Kosten eines Baumes bis zu seiner Selbsterhaltung auf 6 Mark angesetzt. Es sollte nun jeder Jude, der für die jüdische Besiedlung Interesse hat, von Zeit zu Zeit einen Baum spenden, der auf seinen Namen in einem besonderen Buche eingetragen werden sollte. So ergab sich für jeden einzelnen die Möglichkeit, mit einer relativ geringen Spende, die für Jahrhunderte hinaus Früchte tragen soll, die Kolonisation Palästinas zu fördern. Jederman weiß, daß sich die Oelbaumspende in ausgezeichneter Weise entwickelt und bereits die Anlegung größerer Olivenwälder in Palästina ermöglicht hat. In den Agitationsschriften für diese Spende wurden die Vorteile, die gerade diese Art landwirtschaftlicher Kolonisation bietet, ausführlich dargelegt. Sie bestehen, um es kurz zu wiederholen, in folgendem: Die Pflege des Baumes ist leicht und einfach, kann also auch von neu eingewanderten Leuten mit unzureichender landwirtschaftlicher Vorbildung und Eignung leicht erlernt und besorgt werden. Der Baum stellt an die Qualität des Bodens und seine Bewässerung außerordentlich geringe Ansprüche. Er eignet sich zur Bepflanzung von sonst im Augenblick schwer verwendbaren Terrains, die nach türkischem Gesetz innerhalb 3 Jahren bepflanzt werden müssen. Die Anlagekosten sind ungleich geringer als bei anderen Pflanzungen. Es kann ein Stück Landes nach dem anderen, je nach den verfügbaren Mitteln, bepflanzt werden, während es bei einer Orangenplantage, um den Betrieb rentabel zu gestalten, von vornherein einer größeren Anlage, kostspieliger Vorbereitungsarbeiten, also größeren Kapitals bedarf. Der Absatz der Produkte ist gesichert. Die Kultur ist sehr rentabel und garantiert, da der Baum ein hohes Alter erreicht, für Jahrhunderte hinaus eine regelmäßige Einnahme von jährlich 30- 50'V-. der gespendeten Beträge ergibt, die wieder anderen Palästinazwecken zunutze kommen wird. Die Kultur ermöglicht eine kontinuierliche Beschleunigung der Kolonisationstätigkeit ohne wesentliche Kosten, schafft eine zunächst halbbäuerliche Bevölkerung, die so der Landwirtschaft näher gebracht wird, schafft zugleich die Rohprodukte für einige aussichtsreiche Industrien, dient ferner zugleich der Verbesserung der Bodenverhältnisse. Die Wiederaufforstung Palästinas wird zur Vermehrung der Niederschläge, zur ferneren Verhütung der fortschreitenden Austrocknung, 8