Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 7 (1910)
- Issue
- Heft 11-12
- Article
- Der Libanon
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 276 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Beirut 1× ep/1047833
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„Ja, das ist er, Großmutter, der Berg ans der Bibel, der Libanon . .". * 0, du Berg Libanon, du Berg der Bibel, auf, erhebe dich, auf, mühe dich vor Gottes Herrlichkeit für Jente, Leas Tochter und für ihre lieben Kinder, die sie zurück ließ in der Fremde und für alle, für das ganze Israel- Amen. Selah! Auch die alten Juden haben sich zu Ehren des Libanon sabbatlich gekleidet, haben Talliss und Tefillin angelegt, und vom Morgeniicht umstrahlt, beten sie, zum wirklichen Erez-Israel gewendet, andächtig ihr Morgengebet angesichts des Libanon, 212311 Tin DJin (»unter diesem guten Berge") sagt einer von ihnen und zeigt mit dem Finger auf den so nahen Libanon . . . Das junge Volk, die Burschen aus Plonsk, einige Zionisten, Kaufleute, richten ihr Gepäck zurecht, um in Beirut, der größten Handelsstadt Syriens zu landen und von dort nach den galiläischen Kolonien zu reisen. „Wollt ihr denn nicht zuerst nach Jerusalem, die Klagemauer, Raheis Grab sehen?" fragen verwundert die Alten. „Wir gehen nicht nach Jerusalem, um dort zu sterben, um das Grab der Erzväter zu besuchen, wir gehen nach Erez-Israel, um zu leben, um in den Kolonien zu arbeiten," lautet die stolze Antwort der Jungen. „Wunderbar," sagt versonnen die Alte hinter mir, „ein neues Erez- Israei ..." Die kleinen Hafenboote sind schon da, um die Landenden aufzunehmen. „Wenn ihr nach Jerusalem kommt, grüßt mir den B e z a 1 e 1, nicht die alten Gräber und die verwitterte Klagemauer," ruft noch rasch ein junger Bursche den Alten zu und springt, den Koffer auf der Schulter, ins Landungsbot. „Wer ist das, wen sollen wir grüßen?" „Den B e z a 1 e 1 und dann das V o 1 k s h a u s, die grüßt..." verhallt die fröhlich-spöttische Stimme des Scheidenden. „Wer ist der Bezalel?" fragt der Alte. „Laß, laß ... . es ist was von den Zionisten," antwortet ihm ein anderer. In dem Winkel des Schiffes, wo die Christen sich aufhalten, hat der Pope seine Gemeinde um sich versammelt; alle haben sich zu Ehren des Libanon festlich geputzt, die Stiefel geschmiert, die roten Halstücher umgelegt, ihre verdrückten Sonntagsröcke aus den Bündeln hervorgeholt. Der Priester deutet auf den Berg. Und alle Pilger beugen demütig das Haupt vor dem gewaltigen Libanon und bekreuzen sich andächtig . . . So begrüßt unser Schiff das heißersehnte Gestade von Erez-Israel. V 276