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Palästina · 1910-01-01 · Heft 11-12 · p. Seite 267

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 11-12
Article
Ein Palästinasammelheft
Date
1910-01-01
Page
Seite 267 (sequence 4)
Language
German
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Von wirtschaftlichen Fragen wird noch der Weinbau von berufener Seite (durch Meinowitz in Rischon le Zion) behandelt. „Palästina als Knotenpunkt des Weltverkehrs" von Obering. Jos. Lau. Finanz- und Kreditwesen in ihrer durch die Kulturverhältnisse bedingte Eigenart sowie die spezielle Art der Operationen der Anglo-Palestina-Company durch den Bankleiter Levontin und Dr. Katzenelsohn In organisatorischer Beziehung ist noch der Vorschlag D. Joffes zu erwähnen, eine palästinensische, allgemeine Konferenz von lediglich repräsentativem Charakter einzuberufen. Von weiteren Beiträgen verdient die Schilderung, die Ahoroni von zwei zoologischen Expedittonen in das Wüstengebiet Syriens und an den Antiochiasee unternommen hat, fachwissenschaftliches Interesse. Willkommen sind einige bibliographische Angaben D. Thomsons (sowie über populäre Palästinaliteratur in Rußland von M. G.), der Abdruck der „Erwerbsaussichten", Verzeichnisse sämtlicher jüdischer Kolonien sowie aller zionistischen Institutionen. Erwähnen wir auch die programmatischen Eingangsartikel von Dr. Os. Thon über die praktische Palästinaarbeit, und Ussischkins: Palästina und andere Länder. Die Ausstattung ist recht anziehend. In besonderem Maße gilt dies auch von einer sehr feinen Wiedergabe einiger Kolonien und Landschaften, zum Beispiel von Katra und Rischon und einigen Jordanstimmungen, dazu kommen Radierungen von Struck (Wadi-Chanin), Zeichnungen von Lilien (auch in besonderer Beilage) und Stark, Szenen aus Palästina, Schulen und Kindergärten, das neuerbaute Gymnasium und der Plan des Technikums. Literarisches ist nichts aufgenommen außer einer anmutigen Schilderung des Lebens in Tell-Awiw und einem Kapitel aus „Altneuland Bücherbesprechung. Grundriß der theologischen Wissenschaften. Hebräische Archäologie. . Zweite vollständig neu bearbeitete Auflage von Lic. Dr. J. Benzinger in Jerusalem. Tübingen. J. C. B. Mohr (Paul Siebeck). 1907. (Broschiert 10 Mk., gebunden 11 Mk.) Es ist für den Referenten als Juden, der auf dem Boden der jüdischen Tradition steht, nicht leicht, zu dem vorliegenden Buche Stellung zu nehmen. Dem Referenten bedeutet der Pentateuch die geoffenbarte Lehre, darum kann er auch dem einen Buche des Pentateuchs dem anderen gegenüber kein höheres Alter vindizieren, kann vor allem nicht die anderen biblischen Bücher als älter und ursprünglicher ansehen als den Pentateuch oder einzelne Partien davon. Daraus ergibt sich ihm die Notwendigkeit, den historischen Entwicklungsgang von Sitten und Einrichtungen, wie ihn Benzinger auf Grund der textkritischen Zerpflückung der Bibel darstellt, oft ganz ablehnen, oft aber ihn wenigstens als unbewiesen hinstellen zu müssen. Zu dem — selbst am Maßstabe anderer Bibelkritiker gemessen — radikalen Standpunkte Benzingers kommt noch seine Vorliebe für Babel und seine Neigung, jüdische, namentlich religiöse Institutionen auf babylonische Vorbilder zurückzuführen. Hätte Benzinger sein Buch „Palästinensische Archäologie" genannt, so wäre es etwas einwandfreier gewesen, da wir vieles, was Benzinger den Hebräern zuschreibt* noch ihren Vorläufern auf palästinensischem Boden vindizieren zu müssen glauben. Auch die Methode Benzingers kann nicht immer gebilligt werden, insbesondere in Bezug auf eine ungleiche Bewertung des Quellenmaterials, 267

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