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Palästina · 1910-01-01 · Heft 11-12 · p. Seite 264

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 11-12
Article
Reisebeobachtungen und Informationen über Palästina
Date
1910-01-01
Page
Seite 264 (sequence 7)
Language
German
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Und noch etwas Tröstliches zum Schlüssel Was einm al im Lande in jüdische Hände gelangt ist, das bleibt jüdisch für ewige Zeiten. Es ist noch nicht vorgekommen, daß von Juden in Besitz genommenes Land wieder an Nichtjuden verkauft worden wäre. In guten und schlechten Zeiten ist von einem Zurückweichen des jüdischen Elementes keine Rede. Im Gegenteile ist in der letzten Zeit ein langsames Vorwärtsdringen, insbesondere in den Städten, ein klein wenig aber auch auf dem Lande bemerkbar, dem gegenüber allerdings bei den Arabern das Gefühl des Verdrängtwerdens immer stärker zum Ausdrucke gelangt. Außerdem hat das Interesse des Gesamtjudentumes an Palästina zugenommen und nimmt noch fortwährend zu. Als Sinnbild dieses Interesses will ich zu seiner Illustrierung mit einigen Worten an den Seder im Hotel Kaminitz in Jerusalem erinnern. Zirka 70 Personen aus aller Herren Länder, darunter der größte hebräische Dichter Bialik mit seinem treuen Mitarbeiter an den hebräischen Lehrbüchern Rawnitzki, drei Aktionskomiteemitglieder: Dr. Katzenellensohn, der Präsident der Kolonialbank, J. L. Goldberg, Leiter des russischen Zentralkomitees und Idelsohn, der Redakteur des „Raswiet", eine Gruppe reicher Moskauer Juden, welche Geldmittel zum Bodeneinkaufe zur Verfügung stellte, der Berliner Arzt Doktor Elias Auerbach,- welcher sich jetzt in Haiffa angesiedelt hat, Professor Schatz, Dr. Ruppin u. v. a. saßen an einem Tische beisammen und sprachen über „Jeziat Mieraim", den Auszug aus dem Golus. Unleugbar ist das Interesse für Palästina im jüdischen Volke gewachsen, aber die Zukunft des Judenlumes vei langt mehr als ein solches mehr oder minder platonisches Interesse. Die Renaissance des jüdischen Volkes, wenn sie Tatsache werden soll, erfordert mehr. Sie hat zur Voraussetzung: Opfer und Taten für Palästina, Taten und Opfer in Palästina. w Ein Palästinasammeiheft. Gar oft geschieht es, daß selbst bei offiziellen Bekennern des Palästinaprogramms nicht nur die Mannigfaltigkeit anderer Notwendigkeiten oder Interessen, sondern sogar die Betätigung des Programmes selbst. Parteiarbeit, die Arbeit der Mittel und Wege den Blick vom Ziele ablenkt oder überhaupt noch gar nicht recht zum Ziele kommen läßt. Aus diesem Grunde und in solchem Sinne kann das von der „Welt" herausgegebene Sonderheft „Palästina" nur freudig begrüßt werden. Drängt sich doch unwillkürlich die Erinnerung auf, daß seit dem Beginne des neuzionistischen Bewegung, die mit der Begiündung der „Welt" verknüpft ist, eine derartige Herausgabe die erste ist. Und nicht nur, daß eine Palästina-„Welt" einmal erschienen ist, sondern auch wie sie erschienen ist! Es handelt sieh hier um keine äußere Agitation zum längst vertrauten zionistischen Programm, sondern um ein gut Stück „Innenagitation" im Sinne sachlicher Aufklärung, praktischer „direkter" Ziele, manchmal sogar um Ansätze von Vertiefung, Letzteres zeigt sich vor allem darin, daß nicht mehr ausschließlich, wie es oft auch in der zionistischen Presse geschieht, das jüdische Volk 264

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