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Palästina · 1910-01-01 · Heft 11-12 · p. Seite 258

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 11-12
Article
Machanajim
Date
1910-01-01
Page
Seite 258 (sequence 3)
Language
German
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nicht nur für den Eigenbedarf ausreichen, sondern auch für Rosch-Pinah und Safed. Und zugleich wäre die Frage des Trinkwassers gelöst. Außer um Wasser und Boden besteht noch eine Frage um die Wohnungen. Die Kolonisten erhalten nur die sieben Häuser zu ihrer Verfügung und diese sind klein und reichen schon für die hier wohnenden Familien nicht aus, geschweige denn für neu ankommende. Außerdem wurde vor kurzem eine Schule eingerichtet, welche den Kolonisten wieder zwei Zimmer nimmt. Die Kolonisten verhalten sich zur Schule weit anders als in den anderen Kolonien. Fast alle fühlen sich als „Zionisten" und halten die hebräische Sprache hoch, als nationale Sprache. Außerdem leben sie vereinsamt gegen die Juden der Umgebung (in den Kolonien und in Safed), da niemand ihre Sprache versteht. Deshalb wollen sie, daß ihre Kinder hebräisch lernen, um sich' den anderen Juden anzugleichen. Als für sie die Gefahr bestand, aus Platzmangel völlig ohne Schule zu bleiben, schlug einer von ihnen vor, es solle jede Familie der Reihe nach ihr Haus für einen Monat zum Unterricht hergeben, im Sommer könne man ohnehin draußen schlafen. Schließlich ergab sich doch eine Möglichkeit, zwei Zimmer herzurichten für den Unterricht und für den Lehrer. Mit besonderer Ehrerbietung begegnen sie diesem Lehrer, der, wie sie sagen, ein „europäisches Leben" verlassen hat und zu ihnen kam, um ihre Kinder die „Sprache der Väter" zu lehren. Die Lebensbedingungen sind gegenwärtig noch sehr schwer. Manchmal vergeht eine Woche, bis man Fleisch von Rosch-Pinah" oder Säfed bringen kann. Aber die Kolonisten haben den sicheren Glauben, daß sich ihre Kolonie bald entwickeln und vollenden wird. Ist ja auch der Boden der Kolonie äußerst fruchtbar und das Klima das beste der ganzen Umgebung. (Aus dem „Hapoel Hazair." Reisebeobachtungen und Informationen über Palästina. Von Dr. Alex. Hausmann-Lemberg. Das Verhältnis zur nicht jüdischen Bevölkerung. Was das Verhältnis der Juden zuder übrigen Bevölkerung des Landes anbetrifft, so müssen wir unterscheiden: das Verhältnis zu den Türken, den Herren des Landes, zu den Arabern, welche die überwiegende Majorität im Lande besitzen, und zu den verschiedenen christlichen Nationen. Türken gibt es sehr wenig im Lande, fast ausschließlich Beamte und Offiziere, also Organe des Staates. Sie verhalten sich sympathisch zu den Juden, denn sie sehen den offenkundigen Gewinn, welchen der Jischub sowohl dem Lande als auch dem türkischen Staate einbringt. Hebung der landwirtschaftlichen Kultur und gleichzeitig damit wesentliche Steigerung der Eingänge aus der türkischen Hauptsteuer, dem landwirtschaftlichen Zehnten, Vermehrung der Zolleingänge und der Einnahmen der türkischen Hedschasverbindungsbahn, Einströmen von Arbeitskräften und Kapitalien, welche *) Siehe Artikel in Nummer 6/7, 8, 9 und 10. 258

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