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Palästina · 1910-01-01 · Heft 11-12 · p. Seite 252

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Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 11-12
Article
Einiges über Landgesellschaften
Date
1910-01-01
Page
Seite 252 (sequence 6)
Language
German
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Landgeschäft vorwärtskommen werden, wenn wir an ihm Geld verdtenen-werden — und dass es keine Schande, sondern nur nützlich ist, wenn wir jenen kapitalistischen Weg nicht ablehnen, der in anderen Ländern seine Tauglichkeit bewiesen hat. * Zuckerrübenkultur für Palästina. Kleinere Anbauversuche haben bereits gezeigt, daß die Zuckerrübe in Palästina gut gedeiht. Analysen von^n__de^Ebj^ne_ Saron erzielten Zuckerrüben ergaben sogar einen größeren Zuckergehalt als bei deutschen Rüben, aus denen bereits 15—17 Prozent Zucker gewonnen wurden. Die Kultur eignet sich sowohl für große Flächen, wie auch für Kleinbetrieb, vorausgesetzt, daß ein genossenschaftlicher Betrieb organisiert wird, oder daß Kontrakte zwischen Fabrik und Bauern vereinbart werden. In England, das zurzeit keinen Rübenzucker anbaut und infolgedessen in den letzten Jahren fast eine Million Tonnen raffinierten Rübenzucker und über eine halbe Million Tonnen Rohzucker (abgesehen von fast 300.000 Tonnen Rohrzucker) importieren mußte, ist jetzt eine Bewegung im Gange, die darauf hinzielt, daß wenigstens ein Teil des Bedarfs an Rübenzucker im Lande selbst angebaut werde. Hiebei werden Ziffern bekannt gegeben, die wir als durchaus zuverlässig annehmen dürfen, und die im großen und ganzen auch für die Beurteilung der Chancen einer solchen Industrie für Palästina von Wert sein werden. In England wird die maschinelle Anlage wahrscheinlich billiger sein, Grund und Boden sowie die Gebäude für die Fabrik etc. aber wesentlich teurer. In England ist die Kohle, in Palästina die menschliche Arbeitskraft viel billiger. Sehr zu Gunsten Palästinas sprechen der um ein Vielfaches billigere Bodenpreis und Arbeitslohn für die Kultur und ferner der gesparte Importzoll von zurzeit 11 Prozent sowie die im Verhältnis zum englischen Import wesentlich größeren Frachtspesen, die im Falle des inländischen Anbaues gespart werden. Nach den erwähnten englischen Berechnungen bringt das Hektar 37—40 Tonnen Rüben, die zum Preise von 1 Lire per Tonne (ein mäßiger Durchschnittspreis) und bei Produktionskosten von 22V« bis 25 engl. Pfund per Hektar einen Reingewinn von 15 bis 18lA Pfund (300 bis 370 Mark) per Hektar ergeben würden. Eine Fabrik muß, um lohnend zu arbeiten, eine gewisse Minimaigröße haben. In England wird hiefür eine Kapazität von 30.000 bis 40.000 Tonnen Rüben per Jahr angenommen. Zu einer solchen Fabrik würden zirka 800 Hektar möglichst nahegelegenen Rübenlandes gehören. Eine solche Fabrikanlage kommt auf zirka 2 Millionen Mark zu stehen. Die deutschen Fabriken bringen trotz des niederen Preises von 10 Mark per Tonne Rohzucker Dividenden von 20 bis 30 Prozent auf. Ein Hauptvorteil ist auch, daß ein Teil der Rübenbäuern äußerhalb der Anbausaison in der F a b r i k Beschäftigung finden kann. Weitere Vorteile dieser Kultur liegen darin, daß durch die Sorgfalt, die bei ihr erforderlich ist, .der Boden verbessert wird, daß die Rückstände ein wertvolles Viehfutter bilden (bei dem Futtermangel, unter dem Palästina leidet, ist dies von ganz be sonder er" Bedeutung) und schließlich gehört Palästina zu den ganz wenigen Ländern, wo außer Zuckerrübe auch Zuckerrohr gedeiht, so daß< eine Fabriksanlage in diesem Lande leicht mit zwei Kampagnen per Jahr. rechnen kann. Einstweilen fehlt es in Palästina sowohl an dem Landesprodukt (in größeren Quantitäten), wie auch ah der Fabriksanlage, die ja keinen 252

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