Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 7 (1910)
- Issue
- Heft 11-12
- Article
- Einiges über Landgesellschaften
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 249 (sequence 3)
- Language
- German
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in der auch die Gläubiger vertreten waren. Zuerst erforderten beide Verwaltungen etwa ein Jahrzent Staatsremburse, um dem Zinsen- und Amortisationsdienst der auf ihnen haftenden Spezialanleihen nachkommen zu können; dann wurden die Verwaltungen in dem Masse, als sich der Erfolg der besseren Administration geltend machte und die Preise der Bodenprodukte, insbesondere der Baumwolle anzogen, langsam aktiv; jedoch konnte von den Ländereien hauptsächlich wegen der Schwerfälligkeit der internationalen Verwaltung kaum etwas verkauft werden. Als jedoch 1898 nach dem Siege über die Derwische das englische Prestige in Egypten mächtig gestiegen war, verkaufte der Staat die gesamten DaTra Sanieh-Ländereien an ein Konsortium unter Führung von Sir Ernest Cassel und der einheimischen spagniolischen Bankiers, welches die Verzinsung und Rückzahlung der Anleihe, für welche die Güter hafteten, übernahm und der egyptischen Regierung die Hälfte des Reingewinnes aus der Realisierung der Güter zusicherte. Innerhalb von 7 Jahren hatte die neugegründete DaTra Sanieh- Gesellschaft bereits rund 100 000 ha. an Gütern verkauft, die Anleihe getilgt und der Regierung auf ihren Teil 80—90 Mill. Kronen Gewinnanteil herausgezahlt. Wenn sie auch durch das Steigen der Güterwerte sehr begünstigt wurde, so hat die Gesellschaft doch auch ausserordentlich geschickt operiert, die grossen Komplexe zerschlagen und in kleineren Parcellen plaziert und dem Landhunger der Fellachen wie der egyptischen Volkswirtschaft, die heute statt eines ungeheuren Latifundiums tausende fleissige Eigentümer zählt, einen grossen Dienst geleistet. Die Domänialverwaltung dagegen, die staatlich geblieben ist, hat heute noch den grössten Teil ihres Areals unverkauft zu administrieren. Eine andere englische Landgesellschaft hat schon Ende der Achtzigerjahre den bei Alexandrien gelegenen Aboukirsee ausgetrocknet und sein Areal von etwa 10.000 ha. mit vielem Erfolg an die Fellachen abgestossen. Eine gleichfalls Casselspagniolische Gesellschaft, die Wodykom-Ombo-Gesellschaft, hat nördlich von Assuan sich etwa 50.000 ha. Wüstenland gesichert, das durch riesige Dampfpumpen mit Nilwasser getränkt wird. Da es der erste Versuch seiner Art ist, so sind die finanziellen Erfolge der Gesellschaft bisher nur mässige; aber bei der Potenz der Gründer ist es unzweifelhaft, dass sie für sich und die Fellachen, denen sie das Land, sobald es ausreichend melioriert ist, übergeben kann, mit gutem Erfolge abschneiden wird. Andere Gesellschaften arbeiten vor allem im nördlichen Delta, wo das Land, das bis in die Römerzeit hinein reiche 249