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Palästina · 1910-01-01 · Heft 11-12 · p. Seite 242

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 11-12
Article
Die Chalukah
Date
1910-01-01
Page
Seite 242 (sequence 1)
Language
German
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Die Chalukah. Vor nunmehr 109 Jahren wurde die „deutsch-holländische Palästinaverwaltung" zu Amsterdam von Godeinde, Prius und Lehren gegründet. Im Volksmunde nennt man diese Institution meist kurz die deutsche Chalukah. Diese Verwaltung löste die „Sendboten", die vorher Europa bereist hatten, ab und übernahm sowohl die Sammlung, wie die Verteilung des Geldes für die Juden Palästinas. Zur Geschichte geworden ist die Mißwirtschaft dieser Gesellschaft. Es ist ein Verdienst der zionistischen Presse auf die bedauerlichen Verhältnisse hingewiesen zu haben, welche unter der Herrschaft der Chalukah eingerissen waren. Wer sich besonders für die Urteile der Zeitgenossen interessiert, der sei u. a. auf folgende Autoren verwiesen: Lüttke, „Das heilige Land im Spiegel der Weltgeschichte"; E. N. Adler, „Von Ghetto zu Ghetto", welcher von der Chalukah schreibt: „Das System ist bedenklich, aber nach und nach stirbt es eines natürlichen Todes." Friedemann, („Reisebilder") der darüber sagt: „Wir machten über die Chalukah recht traurige Feststellungen". „Ist schon die ungerechte Verteilung recht beklagenswert, so muß doch noch mehr die Bildungsfeindlichkeit gebrandmarkt werden, .die in der Chalukah ihren Ursprung hat, ebenso wie die Feindseligkeit der Rabbiner gegen die Kolonisation". Schon Ludw. Aug. Frankl schreibt vor fast 50 Jahren in seinem berühmten Buch „Nach Jerusalem" in Bd. IL, S. 261. „Wenn Ackerbau getrieben wird, könnte man von Europa her, statt Almosen zu schicken, auf den Gedanken kommen, Grund und Boden anzukaufen, wodurch denen, die nur fromm und nicht arbeitsam sein wollen, ein jetzt mühelos zufliegendes Geld entzogen würde. Aus gleichem Grunde sträubten sie sich, als von Sir Moses Montefiore eine Suppenanstalt gegründet werden sollte, mit der vertraulich untereinander getanen Aeußerung: ,Da werden die Armen hinlaufen und essen und wir werden weniger Geld bekommen.1 Und haben wir Schulen? In einzelnen eklen Stuben können sie die Chedarim der verkommendsten Gemeinden in Galizien und unwissende Lehrer finden". Bemerkenswert sind u. a. die Ausführungen von O. Eberhard und einer Reihe anderer Palästinakenner, auf die wir aber angesichts des Urteils, das die Vertretung der deutschen Orthodoxen in ihrem letzten Jahresberichte über die Chalukah abgab, verzichten können. Dieses lautet folgendermaßen: Es kann heute keine Rede mehr davon sein, Palästina als ein Pensionopolis für die Schiffbrüchigen des Lebens oder für auserwählte, ganz den Studien hingegebene Gelehrte ansehen oder behandeln zu wollen. Die alten Methoden der wirtschaftlichen Fürsorge sowohl wie die der religiösen Erziehung müssen vielmehr den tiefgreifenden Wandlungen gegenüber mit Naturnotwendigkeit völlig versagen". Man kann dem nur beistimmen. Die Organisation der Chalukah hat es bis zum heutigen Tage absolut nicht vermocht, die Juden Palästinas geistig oder physich zu regenerieren. Die Chaluka zog ein Geschlecht schnor- 242

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