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Palästina · 1910-01-01 · Heft 10 · p. Seite 232

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 10
Article
Jabneh
Date
1910-01-01
Page
Seite 232 (sequence 3)
Language
German
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In Jabneh gibt es auch zwei Juden. Sie wohnen eigentlich in "Rechowot und besitzen in Jabneh eine Mühle. Am Sabbat und manchmal inmitten der Woche nach Beendigung der Arbeit fahren sie nach Rechowot. J. L. im „Haolam". * Vor einiger Zeit wurde bei den deutschen Ausgrabungen in Boghoz- Köi die aufsehenerregende Entdeckung gemacht, daß das Volk der M i t a n n i, das im nödlichen Mesopotamien östlich von den Heiitern lebte, einige rein arische Gottheiten verehrte. Man hat sofort nach dem Funde der Keilschriftbibliothek in Boghoz-Köi, die in den Zeitraum zwischen 1400 und 1200 v. Ch. datiert wird, den Schluß gezogen, daß ein starker indogermanischer Einschlag in der syrischen Bevölke.ung vorhanden gewesen sein müsse. Hugo Winkler, der jene Keilschrifttafeln gefunden hatte, will diesen weitgehenden Schluß nicht gelten lassen. Anderseits identifiziert er den Namen der Horri, der in jenen Urkunden auftritt mit dem Urstamm der „Arier", der wieder mit "den in der Bibel genannten Hontem identisch sein könne. Als das Land der Horri wird Armenien betrachtet, dieses erstreckte sich, wie aus der Verbreitung mancher Eigen-, namcn hervorgeht, nördlich bis an den Kaukasus, südlich vom Lande der Mitanni aus bis nach Palästina hinein. Diese „Arier" hätten, den KeHschriftfunden zufolge, unmittelbar unter babylonischem Kultureinflusse gestanden. („Bohemia", Prag.) Bücherbesprechung. P. Thomson: Palästina und seine Kultur in fünf Jahrtausenden. (Aus Natur und Geisteswelt, Verlag Teubner, Leipzig.) Der bekannte Verfasser der Palästinabibliographie versucht es in diesem Büchlein, in populärer Weise die Resultate der neueren Ausgrabungen in Palästina darzustellen, nicht zwar in reinem Berichte über die letzteren, sondern als eine Uebersicht über die Kulturgeschichte von fünf Jahrtausenden, wie sie auf Grund der Ausgrabungen und vergleichenden Wissenschaft theoretisch, allerdings kaum mit voller Sicherheit, aufgebaut wurde. Die israelitische Epoche nimmt in der Reihe der Kulturschichten ijinen relativ nicht großen Raum ein, und da hier eben nur von durch Funde erkennbaren Zivilisationsspuren gesprochen wird, so ist für die einzigartige geistige Kulturgröße des jüdischen Volkes wenig Raum gelassen. Die hervorragendsten Entdeckungen verdankt man den Ausgrabungen seitens der englischen und der deutschen Palästina- und zum Teile der ■deutschen Orientgesellscbaft, einiges den Dominikanern in Jerusalem. Bedeutendes auch den Amerikanern (die Ausgrabung des alten Sarflaria). Sonst erstrecken sich die Ausgrabungen auf den Süden Palästinas (Teil el hasi, Teil sandahanne usw.), die Küstenebene Schephelah (Geser, das gewaltigste Ausgrabungsgebiet), auf Taanek (durch den Wiener E. Seilin), Teil el Mutesellin (durch Schumacher), Jericho (Sellin) die Sinaihalbinsel. Die älteste Rasse wird als eine höhlenbewohnende dargestellt- Uralte Kultgebräuche wie die, den Toten Speise und Trank mitzugeben, werden noch auf diese, die mit den Horitern identifiziert werden, zurückgeführt. Dann folgt eine Rasse, welche riesige Kultstätten in Form von Steinkreisen (Kromlechs) und einzelnen Steinböcken, aber auch kunstvoll angelegte Straßen kennt und zyklopische Bauten aufgeführt haben soll. Erst dann folgt das in seinen architektonischen Leistungen erstaunlich hochentwickelte Volk . der Kanaaniter. Diese bauen feste Städte und kunstvolle Brunnenanlagen, von denen z. B. eine in Geser erhalten ist. In e;ne Epoche großer Kriegsnöte fällt insbesondere der Bau der in 232

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