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Palästina · 1910-01-01 · Heft 10 · p. Seite 218

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 10
Article
Eine Spitzenindustrie für Palästina
Date
1910-01-01
Page
Seite 218 (sequence 8)
Language
German
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wieder zu beleben, um den ärmeren Distrikten damit aufzuhelfen und die Auswanderung einzudämmen. Von Tirol im äußersten Westen bis Ostgalizien und bis nach Dalmatien hinunter sind heute bereits zahlreiche Schulen errichtet worden, viele Tausende von Arbeitskräften finden Beschäftigung und gelegentliche Ausstellungen haben gezeigt, welche wertvollen Arbeiten schon jetzt wieder hergestellt werden. Das Vorgehen der österreichischen Regierung (die sicherlich doch die H e b u n g der Bevölkerung bezweckt und nicht etwa ihre Ausbeutung) ist auch dazu angetan, einen oft gehörten Einwand zu widerlegen. Hausindustrie sei eine rückständige Methode, voller Gefahren für die Gesundheit usw. — Das Gegenteil davon ist mindestens ebenso wahr. Neben der Entwicklung zu immer größeren Betrieben der Großindustrie geht eine neue Entwicklung her, die besonders der kunstgewerblichen Handarbeit außerordentlich günstig ist. — Es kommt auch vor allem darauf an, wie die Dinge behandelt werden, und nichts hindert uns, die besten Mittel anzuwenden, um unser eigenes Vorgehen musterhaft zu gestalten. in der Zeitschrift „Werkkunst" (Verlag Otto Salle, Berlin) fanden sich folgende Notizen, die ebenfalls dazu angetan scheinen, einen Begriff von den Möglichkeiten der Haus- oder Kleinindustrie zu vermitteln: Frauenkunst. In Hamburg besteht eine Zentrale für künstlerische Handarbeiten unter der Leitung von Lilly Magens. Sie blickt bereits auf manchen Erfolg zurück . .... Fürs erste stellt maa im Hausbetriebe namentlich Hängematten her, die den Hausweberinnen einen Tagesverdienst von zwei bis drei Mark bringen. Weiter hat man die alten Spitzenmuster, wie sie im Kloster Medingen, in Kloster Lüne und anderen Heidedörfern noch sich finden, wieder aufgenommen Diese geklöppelten Tondernspitzen kann man schon zu 30 Mk. das Meter herstellen, während sich genähte schlesische Spitzen, die man jetzt ebenfalls m Schlesien fertigt, auf 144 Mk. das Meter stellen Die Uhren industrie der Schweiz, die heute eine Jahresausfuhr von zwölf Millionen Uhren im Werte von 160 Millionen Mark erzeugt, soll sich dort nach einer unverbürgten Erzählung durch Zufall entwickelt haben. Im 17. Jahrhundert kamen die meisten Taschenuhren aus England. Ein im Kanton Neuenburg wohnhafter Pferdehändler kehrte 1679 aus England mit einer Taschenuhr zurück. Es war die einzige Taschenuhr im ganzen Kanton. Eines Tages blieb sie stehen. Der Pferdehändler, der sie nicht gern nach England zur Reparatur . zurückschicken wollte, brachte sie zu dem Schmied Daniel Richard in Neuenburg, der wegen seiner großen Ge- 218

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