Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 7 (1910)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Vom Jüdischen Nationalfonds
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 195 (sequence 2)
- Language
- German
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als Arbeiter des Bezalel ein festes monatliches Einkommen haben wird, werden die übrigen Familienmitglieder in der Bearbeitung fhres : Grundsfiicksdurch Gemüsebau, Geflügelzucht ~u. dgl. oder als Saisonarbeiter $fc der Gutswirtschaft des N. F. ^>der schließlich in andern vom Bezalel Einzuführenden Hausindustrien, wie Teppichknüpfe'rei, Spitzenklöppelei nsw. ansehnliche Nebeneinriahmen erzielen. Auf diese Weise wird eine Jemenitenfamilie, die mit etwa 50 Frcs. monatlich in Jerusalem auskommt, hier ca. 80 Frcs. verdienen uud da die Lebensweise hier bedeutend billiger ist und jede Familie ihr eigenes Gemüse, Geflügel und Milch haben wird, nicht nur besser und gesünder leben, sondern auch Kapital sparen können. Es ist daher sicher, daß diese Arbeiter sowohl das für die Errichtung ihrer Häuser investierte Kapital amortisieren, wie auch ihren Kindern ermöglichen werden, späterhin mit selbsterworbenem Geld eine gesicherte Existenz in Palästina zu begründen. Die Zahlungen der Arbeiter werden unter Leitung des Bezalel durch Abzüge von ihren monatlichen Löhnen erfolgen. Darin liegt die beste Gewähr für die Rückzahlung, ohne daß man jemals zur Anwendung äußerer Gewalt wird greifen müssen. Wenn sich nämlich ein Arbeiter in irgendeiner Hinsicht als schädliches Mitglied der Genossenschaft erweist, braucht man ihm nur die Arbeit zu entziehen, um ihm den weiteren Aufenthalt in der Genossenschaft unmöglich zu machen oder ihn wieder zu Vernunft zu bringen. : Wir haben alle Hoffnung, daß dieser neue Versuch gelingt. In diesem Falle aber wird er von großer Tragweite für unsere kolonisatorische Arbeit sein. Wir hoffen nämlich, daß der Bezalel in kurzer Aufeinanderfolge aus verschiedenen Werkstätten ähnliche Gruppen, sei es auf N. F.-Besitzungen, sei es in den jüdischen Kolonien wird ansiedeln können. In dieser Industrie wird die landwirtschaftliche Ansiedlung eine wichtige Stütze finden, und kleine blühende Gartenstädte mit zufrieden, frei und gesund lebenden Menschen werden auf diesem Wege am leichtesten ins Leben gerufen werden. Unser Vorschlag geht demnach dahin: Der J. N. F. möge einen Kredit von 20.000 Frcs. für die Errichtung von Wohnungen und einer gemeinschaftlichen Werkstatt auf seinem Boden in Bet-Schamen für zehn Arbeiter aus dem Filigran-Atelier des Bezalel bewilligen. Dieser Vorschlag des Palästinaamtes wurde in der Direktoriumssitzung angenommen und damit wird ein erster Versuch mit Verbindung von Landarbeit und Hausindustrie, wie sie Professor Schatz von Anfang an vorschwebten, in Kürze gemacht werden, dem voller Erfolg zu wünschen ist. Vergrößerung der Bezalelhäuser. Das Palästinaamt beantragte ferner, einen Anbau ah die Bezalelhäuser zu machen, der maximal 12.C00 Frcs. kosten soll. Das Teppichatelier ist für die ständig wachsende Zahl von Arbeiterinnen (gegenwältig ca. 100) zu klein geworden, um es zu vergrößern, müßte dieser Anbau an die beiden Häuser, die dem Nationalfonds gehören, gemacht werden. Es wurde beschlossen, den Anbau unter der Bedingung aufzuführen, daß die Gesamtkosten von 12.000 Frcs. nicht überschritten werden und daß der Verein Bezalel sich an den Kosten mit einem Drittel beteiligt. Arbeiterheimstätten. Das Direktorium beschloß, 20.000 Frcs. als Beitrag des Nationalfonds zur Gründung eines Ärbeiterheimstättenfonds zu bewilligen. Dieser Beitrag soll, ohne die Beteiligung von anderer Seite abzuwarten, sofort zur Verfügung gestellt und zur Erbauung eines Hauses für ledige Arbeiter in Petach Tikwah verwendet werden. Die Baulichkeiten bleiben Eigentum des J. N. F. Auch die Gelder der David und Fanny Wolffsohn-Stiftung fließen dem zu schaffenden Fonds zu, an welchem sich durch Beiträge zu be- 195