Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1910-01-01 · Heft 9 · p. Seite 185

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 9
Article
Von Weinbergen und Weinreben
Date
1910-01-01
Page
Seite 185 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2379786-2379827-2379835-2415325--03166-2415351
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Andererseits wäre es nicht gerade unmöglich, im Orient, wo die Masse der Muhammedaner gar nicht oder doch nur mit gewissem innerem Widerwillen aTkoh Öl arti ge Getränke konsumiert, einen großen Liebhaberkreis für wohlschmeckende alkoholfreie Getränke zu finden. Der Absatz im Orient ist auch deshalb wünschenswert, weil er nicht das große Risiko, Fracht, Zoll etc. zu tragen hat. Drittens ist die energische Propagierung der Bereitung und Verbreitung alkoholfreier Getränke eine wichtige soziale und hygienische Frage. Dr. H. Hoppe hat im Jahre 1908 in der Jüdischen Rundschau" auf die Schäden eines, eventuellen Alkoholismus für Palästina hingewiesen. Ich kann hier nicht des Näheren auf diese Frage eingehen und halte auch diese Gefahr nicht gerade für drohend. Gleichwohl ist Vorsicht geboten, denn in dem südlichen Klima, ist schon der Alkoholusus und erst recht der Abusus viel bedenklicher als in dem gemäßigteren und kälteren Mitteleuropa.*) Und gerade die aus Rußland mit hinüber verpflanzte Gewohnheit mancher Kolonisten, sich ein „Schnäpschen" zu gönnen, sollte nicht überhandnehmen. Die Industrie Deutschlands, die alkoholfreien Traubensaft herstellt, ist nicht gering. Sie bietet für wenig Geld köstliche, erquickende Säfte. Niemand wird den Wunsch hegen, die Bereitung derartiger Getränke hintanzuhalten, niemand den Willen, den Alkohölismus in Erez Israel zu fördern. Der Weinbau in Palästina darf und soll daher seine Stärkung darin finden, daß eine Verwertung der Trauben besonders zu alkoholfreien Traubensäften eingeführt wird. Dies anzuregen, war der . Zweck dieser Zeilen. ■ Äf- Moses Montefiore. Am 7. Ab (12. August) feierten wir den 25jährigen Todestag des Seniors des jüdischen" Rolonisationsgedankens. Seinerzeit waren es die hohen Würden ebenso als die weitherzige Stammesliebe dieses Mannes, welche sein Bild in alle Enden des Golus trugen. Heute dürfen wir ihn mit klarerem Bewußtsein einen Pionier des Palästinagedankens nennen und der Typus des „Fürsprechers" und „Wohltäters", der noch echt in der Zeit wurzelte, tut dem keinen Eintrag. Siebenmal hat Montefiore zusammen mit seiner Gattin das heilige Land bereist, oft unter größten Beschwernissen. Und immer wieder trachtete er, seinen Lieblingsplan, die Judenschaft Palästinas produktiver Arbeit, speziell dem Ackerbau zuzuführen, ins Werk zu setzen. Auch galt ihm die Rückwanderung nach Pa- *) Hier wäre z. B. darauf hinzuweisen, wie verderblich sich der Wein-r und Biergenuß den Anfängen der deutschen Kolonisation in Palästina erwiesen hat 185

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.