Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 7 (1910)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Von Weinbergen und Weinreben
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 183 (sequence 1)
- Language
- German
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:: PALÄSTINA :: MONATSSCHRIFT FÜR DIE ERSCHLIESSUNG PALÄSTINAS. VII. JAHRGANG 1910 HEFT 9 Von Weinbergen und Weinreben. Von Dr. Felix A. Teilhaber, München. Der Wein, der im Leben der Völker eine so große Rolle spielt, im guten und noch viel mehr im schlimmen Sinne, ist gewissermaßen als klassisches Produkt unserer neuen Palästinasiedlung von großer Bedeutung geworden. Die jüdischen Kolonisten, wenige Dörfer ausgenommen, lebten ursprünglich nur vom Ertrag ihrer Weinberge. Und als in den Neunzigerjahren eine große Krise auf dem Weinmarkt ausbrach, die Trauben keinen Absatz finden konnten und der wejiige V!räuߣrt? Wsin aur niedrige Preise erzielte, hat diese Weinkrisis auch eine Krisis in der füdischeh Siedlung hervorgerufen, und fast hätte dieses Faktum über die jüdische Kolonisation Palästinas^ entschieden. Heute steht die jüdische Kolonisation nicht mehr auf so schwachen Füßen, daß die Absatzchancen einer Kultur über die Existenz aller Siedlungen eritsclieiden könnte. Andrerseits ruht heute, wenn auch viele Weinberge umgeackert und die Rebstöcke durch Oelbäume und andere Pflanzungen ersetzt wurden, noch immer das Schwergewicht der Produktion in den großen Kolonien, wie Rischon-le-Zion *) Sichron-Jakob, Rosch Pinah in der Winzerei. J-H. Kann (Haag) schreibt z. B. diesbezüglich in der Jüdischen Rundschau" Berlin (S. 212, Jahrg. 1910): „Die jüdische Kolonisation hat sich gleich von Anfang an um die Weinindustrie gekümmert. Es ist dies die einzige Industrie, die bis heute in großem Maßstab die Kolonisten beschäftigt." Die Größe und Bedeutung, des Weinbaues / Jernt man am besten aus dem Faktum kennen, daß in Rischon allein eine Million Rebstöcke der gewöhnlichen arabischen Trauben zur Aufpfropfung mit besseren französischen. Rebsorten, wie Sauterne, Mgdoc.u. a. verwendet wird. So hängt die Existenz vieler jüdischer Bauern von einem guten Markt für Palästiaaweine ab, ganz abgesehen davon, daß bei einem weiter anhaltenden großen Traubenbedarf, wie er gegenwärtig vorliegt, auch ein Zuwachs von Kolonisten in neu *)HLer waren z.B. 381 ha mit Reben bepflanzt. Selbst in dem p.-angendprf Petach-Tikwah waren 160 ha mit Weintrauben bebaut. 183