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Palästina · 1910-01-01 · Heft 8 · p. Seite 156

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 8
Article
Der Jude in seinem Lande
Date
1910-01-01
Page
Seite 156 (sequence 6)
Language
German
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talität allmählich vergessen, und beide letzteren Einflüsse könnten der neuen Entwicklung sogar schädlich sein. Eine andere Gefahr ist durch Hervorkehrung eines geistigen Chauvinismus gegeben. Es ist dies ein Kapitel für sich. Nicht das „Jüdische" dem Namen nach macht das Wertvolle, Eigene aus, sondern das Wesen des Jüdischen. Nur durch das Einfache, allem Applomb Ferne kann ein neues Leben kulturschöpferisch werden. Das Agitations-Nationale hat seinen gewissen Platz auf dem Wege nach Palästina, nicht eigentlich in Palästina selbst. Mit Recht bemerkt neulich ein palästinensischer Publizist, es fühle jeder, der in Palästina arbeitet, sogar der Lehrer auf dem Katheder, noch zuviel den „Agitator" in sich. Und in doppelter Weise, scheint es, wird dieses heute noch nicht getilgte Moment — das natürlich mit einem gesunden Patriotismus' nicht identisch ist — überwunden werden — durch eine größere Bescheidenheit gegenüber den übertragenen Kulturwerten und durch höhere Ansprüche in bezug auf die Werte der zu weckenden Eigenkultur. Gerade das Jüdische in seiner reinen Urgestalt, durch imanches im Golus vielleicht gesteigert, aber im Golus selbst verdunkelt, wird uns dort im eigenen Lande klarer und klarer werden. Erst wenn von wahren geistigen Zentren aus, die eben natürlicherweise jüdisch sind, das Leben in materieller, sozialer und geistiger Beziehung befruchtet werden wird, wird man im Ernste beginnen, können, von einer neuen jüdischen Kultur in Palästina zu sprechen, §k Zionistische Palästinaarbeit. Am 27., 28. und 29. Juni fand in Berlin die Zionistische Jahreskonferenz statt, auf welcher Berichte des Palästinaressorts (Prof. Dr. Warburg), des Palästinaamtes (Dr. Artur Ruppin) und Franz Oppenheimer's über seine Studienreise vorlagen, und Sitzungen des Jüdischen Nationalfonds und der Jüdischen Kolonialbank stattfanden. Hierüber ist folgendes zu berichten: Palestine Land Development Company. Das Stammkapital hat sich seit 1. Oktober 1909 um 2060 Pfund auf 5472 Pfund erhöht. Die Bemühungen zu weiterer Kapitalbeschaffung werden fortgesetzt Der Jüdische Nationalfonds gewährt der PLDC. einen Kredit von 10.000 Pfund für Landkäufe. Das Stammgut Kinereth entwickelt sich sehr günstig. Immobiliengesellschaft „Palästina", zum Erwerb von städtischem Bauland, besitzt bereits ein Kapital von 58.000 Mark und wurde am 29. Juni konstituiert. 156

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