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Palästina · 1910-01-01 · Heft 6-7 · p. Seite 131

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 6-7
Article
Jüdische Frauenarbeit für Palästina
Date
1910-01-01
Page
Seite 131 (sequence 6)
Language
German
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Jerusalem und1 -änderen ^Plätzen. Speziell Jaffa besitzt eine ziemlich große yemenitische Ansiedlung, die — Haus an Haus gedrängt und: dicht bevölkert — einem Ameisenhaufen mehr gleicht als einem Stadtviertel. Wenn wir sagen „Haus an Haus", so ist das ebenfalls mit einigem Vorbehalt zu verstehen; in Wirklichkeit ist der großen Mehrzahl der „Gebäude" nach noch nicht einmal „Hütte an Hütte" zu sagen. Es sind vielfach Verschl äge aus Latten und Kistenbrettern, vielfach sogar aus Latten und Blech, wozu das Material aus flachgebogenen, ehemaligen Petroleumkanistern besteht. Der Armut dieser Leute ist unbeschreiblich, und die Zustände sind vielleicht noch schlimmer als m Saida, besonders auch, weil es sich hier um Einwanderer handelt, die sich noch nicht recht mit den Landesverhältnissen abgefunden haben. Die s paniolischen Juden sind unter den eingesessenen vielleicht noch am besten daran. Auch hier gibt es schreckliche Armut, aber viele haben es durch ihre Vertrautheit mit den Landesverhältnissen zu Wohlstand und sogar zu Reichtum gebracht, besonders diejenigen, die vor Jahren Landbesitz in oder bei den Städten erworben haben und nun von dem Steigen der Bodenpreise Gewinn ziehen. Aber auch unter diesen Bevölkerungsschichten sind viele der Arbeiten zu leisten, von denen im nächsten Artikel gesprochen werden soll. Colonel Conder. Im Februar d. J. ist Colonel C. R. Conder im Alter von 62 Jahren gestorben. Er hat inmitten seiner militärischen Laufbahn im Auftrage des Komitees der 1868 begründeten Gesellschaft des Palestine Exploration Fund als Nachfolger Kapitän Stewarts als ganz junger Mann, zum Teile im Vereine mit Lord Kitchener, von 1872 bis 1878 jene grossen Erforschungsreisen in Palästina geleitet, deren Resultate in dem großen Werke „Survey of Western Palestine" einerseits, in der bekannten Riesenkarte Palästinas andererseits niedergelegt sind, welch letztere noch heute die klassische Karte Palästinas bildet (Sie ist im Maßstabe 1 Elle 1 Meile gehalten.) Im Jahre 1881 ging Conder ein zweitesmal nach Palästina, mit der ungleich schwierigeren Aufgabe der Erforschung des Ostjordanlandes betraut. Es gelang ihm 500 Quadratmeilen auch des Ostjordanlandes zu durchforschen und aufzunehmen. So erschien eine Fortsetzung seines Hauptwerkes im Jahre 1883. Diese Arbeiten sind für die Geographie Palästinas grundlegend und sollen auch in Bezug auf die Identifizierung des biblischen Palästina von größter Bedeutung sein. Viele seiner Hauptwerke sind biblisch-archäologischen Inhalts, einesbehandelt die Geschichte des Juda Makkabi. a 131

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