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Palästina · 1910-01-01 · Heft 6-7 · p. Seite 127

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 6-7
Article
Jüdische Frauenarbeit für Palästina
Date
1910-01-01
Page
Seite 127 (sequence 2)
Language
German
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den gegenwärtigen, höchst unbefriedigenden Zustand zu verT bessern. ". ' . Was unsere Sorgen und unsere werktätige. Hilfe am unmittelbarsten in Anspruch nimmt, das ist das Los der allerjüngsten Einwanderung, die sich als eine Folge der russischen Pogrome in den letzten Jahren nach Palästina gewandt hat. Man kann rechnen, daß etwa 6000 Juden dieser Kategorie in den letzten zwei bis drei Jahren nach Palästina gekommen sind, die meist aller Mittel entblößt, auch nicht diejenigen Kenntnisse und Berufe besaßen, die sie befähigt hätten, bald einen Erwerb zu finden; sie hatten also einen schweren Kampf, bis sie eine Existenz erringen konnten. Es hat in der Hauptzeit dieser Einwanderung sehr kritische Momente gegeben. Die Institute, von denen die Phantasie hungernder Einwanderer annahm, daß sie Hilfe spenden könnten, waren ganze Tage lang belagert. Es kamen vereinzelte Fälle von Hungertyphus vor, und es sind auch Fälle zu verzeichnen gewesen, in denen die Not dazu geführt hat, Erwerbsquellen zu suchen, die nicht geduldet werden konnten. Mit großer Anstrengung gelang es, diese bösen Zustände in verhältnismäßig kurzer Zeit der Hauptsache nach zu beseitigen, aber noch bis heute sind die Eingewanderten von damals durchaus noch nicht in einigermaßen geordneten Verhältnissen, und es ist noch mancherlei zu tun. Dazu kommt noch, daß die Einwanderung ja keineswegs schon aufgehört hat; sie dauert in unvermindertem Maße fort und niemand kann sagen, ob sie nicht bald noch größere Dimensionen annehmen wird, so daß dieselben Zustände wieder eintreten könnten. Gehen wir noin über ^u den in unserer Anteilnahme gewöhnlich an zweiter Stelle rangierenden Juden. Das ist, um es mit einem landläufigen Worte zu benennen, das „Chalukaha-Element. Diese Juden, die ebenfalls meist aus Osteuropa stammen, sind zum Teil durch die Zustände ihrer Wohnlähder, zum Teil durch den Wunsch, in Palästina dem Studium der Lehre zu leben, veranlaßt worden, nach Palästina zu kommen. Zum Teil mögen sie Mittel besessen haben, die meisten rechneten auf die frommen Spenden aus der ganzen Welt, die unter der Bezeichnung „Chalukah" nach Palästina fießen. Aufstellungen aus der allerletzten Zeit haben ergeben, daß diese Chalukaspenden nahezu 3*2 Millionen Francs (2V2 Millionen für Jerusalem und 1 Million für Tiberias undSafed) jährlich betragen. Hierzu-sind indirekt noch diejenigen Gelder zu rechnen, die — ebenfalls vom Ausland — für den Unterhalt der Hospitäler, der Lehranstalten, Wai-. senhäuser usw. einlaufen, und die ungefähr 1V2 Millionen aus- 127

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