Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 7 (1910)
- Issue
- Heft 6-7
- Article
- Eine Siedlungsgenossenschaft in Palästina
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 8)
- Language
- German
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einem neuen Lande, mit neuem Menschenmaterial gemacht wird. Die jüdischen Arbeiter selbst sind von Begeisterung für die Sache erfüllt Möge der Verlauf trotz aller Schwierigkeiten gelingen und die jüdische Psyche sich, wie in alter Zeit, aufs neue sozialschöpferisch erweisen! & Herzlwald. Dem Andenken Herzls, das vor wenigen Tagen allerorten gefeiert wurde, ist in Palästina in buchstäblichem Wortsinn ein lebendiges Denkmal gesetzt — der H e rz 1 w a 1 d: ein Werk pietätvoller Erinnerung sowohl, als lebenspendenden Segens. Die alte Olivenkultur soll wieder erneut und zugleich sollen neue Baumkulturen eingeführt werden. Selbst der steinige Gebirgsboden vermag den Oetbaum zu tragen und dieser bildet wieder ein wichtiges Mittel für die Aufforstung, d. h. für die Wiederbelebung des Bodens. Zugleich vermag die Anlegung von Baumkulturen vielen Juden Arbeit zu geben, und sie kann die Schaffung von Kernpunkten für Neuansiedlungen bedeuten. Erst kürzlich wurde ein eingehendes Projekt einer im Verbände mit der PLDC. zu begründenden Planzungskolonie aufgestellt. „So kann die Anlegung von Oel- und Fruchtbaumpflanzungen vom Anbeginn ein organischer Teil des jüdischen Bestedlungswerkes sein". (Jos. Feldmann in der Jüdischen Rundschau*). Endlich ist der durchschnittlich sehr ergiebige Ertrag dieser Pflanzungen für kulturelle Zwecke (für palästinensische Bildungsstätten) bestimmt, was von nicht unbeträchtlichem Werte ist, wenn wir bedenken, daß schon die bisher im Wege der„Oelbaumspendea gestifteten 30.000 Bäume vom Beginne der Fruchtitragung an einen durchschnittlichen Jahresertrag von etwa 72.000 Mark sichern. Die vielseitige Nützlichkeit des von Prof. Warburg mit unermüdlicher Energie durchgeführten Planes hat bereits -zu dessen Erweiterung geführt. „Aus der Idee des Herzlwaldes ist die der Herzlwälder entstanden". Es werden bereits zwei Wälder angelegt, in Bet-Arif (bei Lydda) und in Chulda, beide nahe der Bahnstrecke Jaffa—Jerusalem. Ein dritter Wald dürfte binnen Kurzem in Galiläa angelegt werden, nachdem auf der Lehrfarm in Kineret bereits die Baumschule angepflanzt ist. Dann kann das jüdische Volk schon im Jahre 1912 in Palästina zirka 60.000 Oliven und andere Fruchtbäume besitzen. Und dies ist doch erst ein Anfang. Unser Bild zeigt das Herzlhaus, das im Jahre 1909 auf dem Boden von Chulda errichtet wurde. Das Areal dieses dem Nationalfonds gehörigen Besitzes beträgt etwa 2000 Dunam. Im verflossenen Frühjahr wurden die ersten 250 Dunam mit Oliven-, Mandeln- und verschiedenen Fruchtbäumen bepflanzt*). >\ *) Durch Zahlung von M. 6.— K 7.— kann man einen Oelbaum in Palästina auf einen beliebigen Namen pflanzen. — Spenden sind zu richten an die Sammelstelle des „Jüdischen Nationalfonds'" 114