Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 7 (1910)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Er glaubt auch, dass die Moschee gebaut ist nach Saladins Eroberung Jerusalems. Er hat wohl von der im J. 1200 aufgerichteten Kabbat al-MiVädj sprechen hören. Für die Kenntnis Palästinas ist aus dieser L'eisebeschreibung wenig zu lernen. Es wurden nur zwei Ausflöge gemacht, einer nach Bethlehem, einer nach dem Jordan. Casola fand den Fluss schmal und schlammig, sodass er keine Lust spürte, davon zu trinken, wie viele Pilger taten. Die Reise war aber wegen der Hitze und des Wassermangels sehr erschöpfend, sodass mancher krank wurde einige sogar nachher starben. Überall waren die armen Leute Prellereien ausgesetzt. In Jerusalem selbst wurden sehr viele Pilger eingesperrt unter dem Yorwand, dass sie Spione wären. Es wurde ein Lösegeld von 1000 Dukaten gefordert, bis nach sechstägiger Unterhandlung zu 25 Dukaten akkordiert wurde. „Wir fingen an, dieser Pilgerfahrt überdrüssig zu werden, obgleich sie uns bei Gott ein grosses Verdienst verschaffte", schreibt Casola (S. 272), reichlich aus dem dritten Sacke schöpfend. Alle sind erfreut, Jerusalem hinter sich zu haben, und noch mehr, als sie zuletzt den Hafen von Jaffa verlassen können. Ein paar merkwürdige Ausdrucke will ich noch hervorheben. „Eine spanische Litanei sprechen* bedeutet „fluchen"; „Spanische Tugenden" sind „Laster". Es gibt nur eine Handschrift von Casolas Pilgerfahrt, die sich in der Bibliothek des Prinzen Trivulzio zu Mailand befindet und vermutlich Casolas Autograph ist. Die Handschrift ist schön geschrieben;, leider fehlt das erste Blatt und mit ihm ein korrespondierendes, das den letzten Teil der Beschreibung Candias enthielt. Im J. 1855 wurde es abgeschrieben und in hundert Exemplaren gedruckt, von welchen nur wenige übrig sind. Frau Newett hat diese Ausgabe sorgfältig mit der Handschrift verglichen — was sehr nötig war — und darnach ihre Übersetzung gemacht. Sie hat den Wert dieser erhöht durch viele interessante Noten. Leider hat sie die 1< eisebeschreibunsen dreier deutscher vornehmer Herren, die zugleich mit Casola die Pilgerfahrt machten, nur mit den Auszügen von Röhricht vergleichen können. Der Übersetzung geht eine Einleitung voran, in welcher wir u. a. eine Übersicht der -vornehmsten italienischen Pilgerfahrten im 15. Jahrh. und einen wichtigen Exkurs über die Schiffahrtsbestimmungen in Venedig erhalten. Am Schluss hat N. die Dokumente aus dem Staatsarchiv in Mailand zusammengestellt, die sich auf Casola beziehen. M. J. do Goeje. Die 31. Orientfahrt beginnt nach Beendigung der im Januar stattfindenden Reise nach dem Sudan am 1. Februar 1910 in Genua unter Benutzung des Dampfers „Königin Luise" des Norddeutschen Lloyd und hat folgende h'oute: Neapel, Port Said, Cairo, Luxor, Jaffa, Jerusalem, Landreise durch Palästina und Syrien, Rhodes, Smyma, Constantinpel, Athen, Corfu und endigt am 17. März in Triest. Die ganze 45tägige Reise kostet I. Klasse einschliesslich aller Unkosten 1955 Mark, die 29tägige Teiltour bis Jerusalem und zurück nach Triest I. Klasse 1035, IL Klasse 750 Mark. Die 3 Sommer- Orientfahrten beginnen am 9., 23. Juli, 6. August in Triest, dauern 25 Tage, umfassen Aegypten-Palästina und kosten in der I. Schiffsklasse 490, in der II. 390 Mark. Sämtliche Reisen werden von dem Veranstalter der bisherigen 30 Orientfahrten, Herrn Jul. Bol thau sen in Solingen, der auf Wunsch ausführliche Programme kostenfrei versendet, persönlich geleitet. 40