Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 7 (1910)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Hazewi mortuus et redivivus [Nachricht]
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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iL H AUS PEN HAUPTSTÄPTEN ü Hazewi mortnns et redivirus. Der Besitzer der hebräischen Zeitschrift in Jerusalem Herr Ben Jehuda hat infolge Abonnenten Verlustes, der ihm aus seinen persönlichen Ausfällen entstand, wohl schon die ganze völlig missglückte Kampagne gegen Antebi auf seine eignen Kosten geführt, und als der letzt unternommene Versuch, sich an dem korpulenten Herrn Antebi wie auf einem rettenden Balken über Wasser zu halten endgiltig gescheitert war, suchte Herr Ben Jehuda nach einer wohlfeilen Ausrede und verkündigte, um dem Hewi ein ehrbares Begräbnis zu verschaffen, seiner ihm noch treu gebliebenen, arg zusammengeschmolzenen Leserschar, dass der „Hazewi" wegen notwendiger Vorbereitungsarbeiten für die Fertigstellung des „Milon" (des von Ben Jehuda unternommenen grossen hebräischen Wörterbuches) vorerst sein Erscheinen einstellen müsse. De mortuis nil nisi bene, sagten die versöhnlich gestimmten Jerusalemer und palästinensischen Juden, wenn es auch nur wenige gab, welche dem von der Bildfläche des Lebens verschwundenen Hazewi Tränen des Mitleids und des Schmerzes nachweinen wollten. Es dauerte aber nicht lange, bis Jerusalem durch Maueranschläge an den Strassenecken und durch einen gleichzeitig erschienenen geharnischten Protestartikel in der neuen hebräischen Zeitung „Hacherut* (Die Freiheit) erfuhr, dass der Hazewi wieder zum Leben erwacht sei, aber nicht in dem bescheidenen Mietshause seines natürlichen Vaters Ben Jehuda, sondern in der schlossähnlichen Besitzung seines jetzigen Adoptivvaters — des reichen getauften JudenFeingold(I). Und was die indolenten, indifferenten Jerusalemer Juden anfänglich doch nicht glauben wollten, das ist leider eine schmerzliche und betrübende Wahrheit geworden. In seiner pekuniären Verlegenheit hat der als Hebräist, jüdischer Nationalist und Zionist sich gebende und gefeierte Ben Jehuda keinen anderen Ausweg gefunden, als sein lUatt einem getauften und früher als Missionar tätigen abgefallenen Juden zu verkaufen, aus dessen Händen er jetzt als w eiterer Redaktor einen monatlichen Gnadensold entgegennimmt und welcher sich als der nunmehrige Besitzer und Verleger des wieder erstandenen 35