Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 7 (1910)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Bericht des deutschen Konsuls in Jerusalem
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 1)
- Language
- German
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- Hebron 1× ep/1047559
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Bericht des deutschen Konsuls in Jerusalem. Wir entnehmen der amtliehen Veröffentlichung des Vertreters Deutschlands in Jerusalem folgende hesonders interessante Mitteilungen: „Der Kreis Jerusalem umfasst 22000 qkm mit 125 000 Einwohnern. Die Bevölkerung ist seit den letzten Jabren ungefähr gleich geblieben. Es ist allerdings insofern eine Verschiebung, als Jerusalem während der letzten 20 Jahre die auffallende Vermehrung von 40000 auf 80000 Einwohner aufzuweisen hat, während anderseits eine stete Auswanderung aus den kleinen Ortschaften und Dörfern zu beobachten war. Die ländliche Bevölkerung ist mit wenigen Ausnahmen muhammedauisch, nur Bethlehem, Beth Dschala und Ramallah sind ausschliesslich von Christen bewohnt. In Jerusalem selbst überwiegt das jüdische Element mit 45000 gegen 15000 Christen und 10 Mohammedanern. Der Kreis Hebron ist mit Ausnahme von 1000 in der Hauptstadt lebenden Juden durchweg muhammedauisch. In dem Kapitel Landwirtschaft finden wir u. a. folgende bemerkenswerte Stellen: Die Landwirtschaft hat im Jahre 1903 in ganz Palästina keine Fortschritte zu verzeichnen. Lohnender als der Körnerbau, der übrigens gut geriet, ist der Gemüsebau, da die Stadt Jerusalem viel Gemüse verbraucht. Man sieht daher in den Dörfern der Umgebung Jerusalems, sofern nur das nötige Wasser vorhanden ist, viel Gemüsegärten. Die Kultur von Obstbäumen — Feigen, Pfirsichen, Birnen, Aprikosen, Mandelbäumen — ist bisher wenig umfangreich getrieben worden und jedenfalls einer erheblichen Ausdehnung fähig. In die Augen dagegen fallen an vielen Stellen des Landes ausgedehnte Ölbaum- und Weinpflanzungen. Der Ölbaum gedeiht überall, selbst auf anscheinend unfruchtbaren und steinigen Stellen. Er ist ausserordentlich widerstandsfähig und wenn er auch erst etwa von 10 Jahren an den vollen Ertrag gibt, so kann er doch wenn er einigermassen gepflegt wird sehr lange tragfähig bleiben. Die in Salzwasser gelegte Olive ist ein Hauptbestandteil der Nahrung der ländlichen Bevölkerung. Ebenso das aus ihr gewonnene ÖL Das Treiböl wird zur Seifenbereitung verwendet, und gerade die Seife bildet den an erster Stelle stehenden Exportartikel Palästinas. Trotzdem hört man nichts von einer Ausdehnung dei Pflanzungen. Es werden im Gegenteil viele Bäume abgehauen weil die Eigentümer den augenblicklichen Gewinn durch deren Verkauf als Brennholz, das von Jahr zu Jahr teurer wird, vorziehen. Damit geht auch die Seifenfabrikation zurück. Es steht fest, dass die in Jerusalem in früheren Jahren ziemlich zahlreichen Seifensiedereien bis auf eine eingegangen sind. Auch Seife wird von auswärts nämlich von Nablus und Jaffa nach Jerusalem eingeführt. Zu erwähnen ist hier noch, dass in der Jordan - Ebene bei Jericho seit einiger Zeit anscheinend gelungene Versuche mit dem Anbau von Baumwolle gemacht werden. Bergbau. In neuer Zeit vorgenommene Untersuchungen haben ergeben, dass es sowohl westlich als auch östlich des Jordan Phosphatlagej 28