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Palästina · 1910-01-01 · Heft 1 · p. Seite 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 1
Article
Gartenstadtbewegung
Date
1910-01-01
Page
Seite 26 (sequence 1)
Language
German
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sehen, aber national-jüdische Kultur ist zu pflegen durch "Wohlfahrtsübungen an ärmeren Volksgenossen, Stärkung des jüdischgeschichtlichen Denkens und insbesondere Hebung der palästinensischen Tradition. Was jetzt in Palästina an Judentum vorhanden ist, ist schwach und leidend. Die landwirtschaftlichen Kolonien sind Anfänge, die Masse der palästinensischen Juden aber sitzt in Jerusalem in erschreckender Armut. Diese ärmsten Juden müssen zu Landbewohnern gemacht werden. In Erinnerung an dieses Abschiedsgespräch gingen wir in Jerusalem in das Judenquartier, einen Aufenthalt von 25,000 bis 30,000 Menschen. Wovon leben sie, fragten wir uns, als wir diese „Luftmenschen*, dieses blasse, durchsichtige Menschengeschlecht sahen. Enge und engste Wohnungen, altes Gemäuer, Ruinen, Thorwege, dazwischen zahllose Handwerker mit wenig Brot und Arbeit. Die meisten dieser Juden sehen nach unseren Begriffen nicht jüdisch aus, vom grösseren Geschäft verstehen sie nichts, sie sind, wie uns gesagt wurde, keine Gauner, weil sie zu ungebildet sind. Mit gierigem Blick sehen sie nach den Almosen, die von den Tischen der reichen Glaubensgenossen im Abendlande fallen. Der Aermste meidet den Armen. Wer zur deutschen jüdischen Gemeinde gehört, ist glücklich. Es ist ein Chaos von schreiendem Elend und entsittlichender Bettelwirtschaft. In diesem Chaos Ordnung zu machen, ist eine der Aufgaben des Zionismus. Ob es gelingt? Ein jüdischer Herkules gehört an diese Stelle. SS^ Davis Trietsch. Gartenstadtbewegung. Der Anfang der Heimstättengenossenschaft ist schon gemacht. Sie sagt: »Viel mehr landwirtschaftliche Arbeiter als jetzt könnten in den Kolonien Palästinas Unterkunft und Beschäftigung finden, wenn die Wohnungsfrage nicht so schwer wäre Jüdische Arbeiter können sich dort nur sehr wenige aufhalten, weil sie keine Wohnungen haben. Schafft Wohnungen und jüdische Arbeiter werden selbst die weiteren Mittel und Wege linden, in den Kolonien zu bleiben." Das hat seine Berechtigung, aber auch seine Schwierigkeiten, weil die Wohnung ja noch keine Gewähr für ständige Beschäftigung bietet. Die kommt erst mit der Einführung irgendwelcher Arten von Industrie und industriellen Nebenbeschäftigungen in 26

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