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Palästina · 1910-01-01 · Heft 1 · p. Seite 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 1
Article
Die kulturelle Neuentwicklung Palästinas
Date
1910-01-01
Page
Seite 13 (sequence 3)
Language
German
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politisch uneigennützig sind, wofür die Vereinigten Staaten von Amerika einen untrüglichen Beweis liefern. In Palästina gemessen die Templer u. a. das Vorrecht, dass sie vom Grundbesitz oder von Handel und Gewerbe nur direkte Steuern zahlen und weder der türkischen Polizei noch türkischen Gerichten unterstehen. Die auf diese Weise, wie billig und recht ist, vor Lasten und obrigkeitlichen Scherereien möglichst bewahrten Ansiedler können emsig und ungestört ihre Tätigkeit entfalten, und sind bei dieser einmal die grössten anfänglichen Schwierigkeiten überwunden, so tritt bald eine segensreiche Wechselwirkung zwischen dem noch zu Schaffenden und dem Geschaffenen ein, namentlich wenn zu letzterem auch ein stetig wachsendes und sich rentierendes Eisenbahnnetz gehört. In dieser Hinsicht kann man nun leider in Palästina noch nicht eigentlich von einein „Netz" sprechen. Aber vier Linien sind doch schon vorhanden, nämlich die von Jaffa nach Jerusalem, Beirut-Damaskus und Damaskus-Hauran und die Zweigbahn von ed-Dra nach Haifa. Schon diese gute Hälfte der Mekkabahn wird von ungeahnt förderlichem Einfluss auf Handel und Industrie in Palästina sein, wenn auch angeblich diese Bahn, wie es offiziell hiess, vorzugsweise für die Zwecke der mohammedanischen Pilgerfahrt nach Mekka sowie politischer Interessen halber gebaut wurde. Dass der Betrieb dieser Bahnlinien schon bis jetzt ein lebhafter genannt werden kann, beweist am besten die Strecke von Jaffa nach Jerusalem, welche einer französischen Gesellschaft angehört und im Jahre 1906 rund 100,000 Preisende sowie 34,000 Tonnen Güter beförderte. In dem Masse wie die Eisenbahnen in Palästina sich weiter entwickeln, werden insbesondere die Hafenorle Jaffa und Gasa, die schon jetzt die bedeutendsten Städte Palästinas sind, dnreh ihren weiter zunehmenden Handelsverkehr den Beweis liefern, dass auch das Hinterland der palästinischen Küstenstriche in geometrischer Progression weiterer Entwicklung entgegengeht. Wir wollen hier nur noch registrieren, dass im Jahre 1906 die HandelsbewTegung Jaffas einen Umsatz von mehr als 23 Millionen Mark ergab. Wenn die Betriebsergebnisse der Mekka- sowie der Zweigbahn nach Haifa vorliegen werden, würde es uns in hohem Masse befriedigen, wenn wir ein Multiplum des vorstehenden Betrages angeben und damit die für die Wiederbelebung erstorbener oder vernachlässigter Kultur gütigen Thesen erhärten könnten.

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