Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 7 (1910)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die kulturelle Neuentwicklung Palästinas
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 1)
- Language
- German
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Dr. A. Labuschin. Die kulturelle Neuentwicklung Palästinas. Die Vegetation Palästinas ist heule noch unverändert, dieselbe reiche nnd vielgestaltige wie in geschichtlicher Zeit. Nur die Bewaldung des Libanons, namentlich der Cedernbestand, ist leider zum grossen Teil vernichtet. Es würde hier zu weit führen, in vollständiger Weise die zahlreichen Gewächse vorzuführen, die in Palästinagedeihen. Wir erwähnen dafür nur einige, die an sich oder durch ihre Produkte von Bedeutung für Industrie und Handel sind, indem ja in diesen beiden Faktoren der kulturelle Fortschritt eines Landes immer am eklatantesten zum Ausdruck kommt: Die bekanntesten und fast sämtlich in grossen Mengen exportierten Früchte Palästinas sind: Datteln, Orangen, Weintrauben, Bananen, Feigen, Pistazien, Johannisbrot, Mandeln, Granaten, Quitten, Wal- und Haselnüsse. Ferner sind zu nennen: Oliven und Zuckerrohr, Maulbeerbäume, (die für die Seidenraupenzucht noch wichtig werden können), Rizinusstauden, Zypressen, Gummi liefernde Akazien und andere für Pharmazeutik und Drogerie wichtige Pflanzen, sowie unter den durch ihr Nutzholz belangreichen Bäumen (ausser den, wie bereits erwähnt, namentlich für die Zwecke der Bleistiftfabrikation, in unglaublichen Mengen verbrauchten Cedern) Fichten. Kiefern, Eichen, Erlen, Ahorn- und Nussbäume, Platanen, Pappeln, Weiden, Buchsbäume, etc. Im Allgemeinen finden wir in Palästina die Mittelmeerflora, und zwar vorwiegend in den westlich vom Jordantal liegenden Landstrecken, während die östlichen Gebiete mehr die Steppenvegetation Westasiens aufweisen. Dass in einem Lande mit solcher Vegetationsfülle Ackerbau und Forstwirtschaft hochertragreich sind und auch heute noch wie in biblischen Zeiten die Viehzucht durch üppiges Weideland hervorragend begünstigt wird, ist unmittelbar klar. Die Schaf- und Ziegenzucht sind es in erster Linie, die wie vorzeiten noch heute in Palästina sehr bedeutend sind. Wenn aber in einem Lande für Ackerbau und Viehzucht so überaus günstige natürliche Verhältnisse obwalten, so sind allermeist auch alle wünschenswerten Grundlagen für erfolgreiche industrielle und kommerzielle Betätigung gegeben. Das ist in seriöser Weise zuerst von den schwäbischen Templern erkannt und durch beste praktische Ergebnisse bewiesen worden. Diese Templer (von denen eine Truppe von circa 100 Seelen mit Hilfe der 1899 zu 11