Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 7 (1910)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zum 7. Jahrgang, ein Rück- und Ausblick
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Tag dürfte dann nicht mehr allzuferne sein, wo alle die kräftigen Hände, die heute wegen Mangel an Arbeit rasten, emsig schaffen werden für ihr tägliches Auskommen und so wird die Ghalukkah verschwinden, ohne dass es noch nöiig wäre sie zu reformieren. Wir hoffen, dass der demnächst tagende Zionisten-Kongress darüber Aufklärung geben wird, was die Juden von Palästina erwarten und was ihnen dieses Land sein soll. Damit dürfte auch der neuen Türkei ein für alle Mal gesagt werden, dass es den Juden nur darum zu tun ist, hier einen festen Boden zu haben, wo sie sich ansässig machen wollen, ohne der Gefahr ausgesetzt zu sein, wieder aus dem Lande herausgetrieben zu werden. Der jüdische Staat in Palästina will gerne der Türkei treu sein, wenn nur der einzelne Untertan die volle Freiheit besitzt und die Gesamtheit sich national entwickeln kann. Palästina soll das Gentrum sein für alle Juden der Welt. Gerne werden die Juden ausserhalb des Landes auch weiterhin die Entwicklung des Landes unter der neuen Türkei mit Interesse verfolgen und jedes Aufleben dieser Provinz begrüssen. Möge es dieser Zeitschrift vergönnt sein, mitzuarbeiten an dem grossen Plane, der die jüdischen Herzen seit Dr. Herzls' Mahnruf bewegt und möge sie Erfolge zu verzeichnen haben! Glückauf zum neuen Jahrgang! SB§3§ Pastor 0. Eberhard. Greiz. Ein Land, darinnen Milch und Honig fliesst. Wie sollen wir das verstehen? Der Ausdruck ist uns von Kind an geläufig, und doch streiten noch heute die Gelehrten darüber. Vier Auffassungen lassen sieh unterscheiden, die bildliche, die buchstäbliche, die mythologische und eine vierte. Diese vierte lässt den Ausdruck der Bibel vom Standpunkt des Wüstenbewohners ausgeprägt sein. Überfluss, so sagt man, habe Palästina nie gekannt; dagegen mochte es den Bewohnern der dürren Steppe wohl als ein fruchtbares Land erscheinen. Daneben steht die mythologische Fassung. Nach Useners Dionysossludien wurde das reichliche Vorkommen von Milch und Honig als die Spur der Gottheit angesehen, die ihr Fuss da, wo er die Erde berührte, zurückgelassen habe. Milch und Honig galten ursprünglich als Götlernahrung; auf Erden sind sie da zu finden, wohin die Huld der Götter sie bringt. 4