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Palästina · 1927-01-01 · Heft 12 · p. Seite 621

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 12
Article
[Rezension]
Date
1927-01-01
Page
Seite 621 (sequence 3)
Language
German
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62t aber sehen, daß Israel trotz solcher gutgemeinter Warnungen den eingeschlagenen t Wegnationaler' 'R$&Qnitüm€r&titg}- hartnäckig ■ welterginge, sö \ könne man nacht -anders; als glauben,^ daß es in seiner masbschisüschert Überzeugung, „das?züm•-keiderrattserw'ählte Volk ztf sein", mit Gewalt das Unglück herbeiführen wolle, das 'es eben; braucht;* um sich seine"1 Existenzberechtigung zu erweisen. Solche gefährliche Absurditäten .leistet sich jemand," der sich: im gleichen Atem als einen begeisterten Freund des¬ Zionismus bekennt, der durch Augenschein sich von der Notwendigkeit des¬ Zionismus und von seiner Wunderwirkung für die Genesung des jüdischen Volkes überzeugt hat, der mit ungezählten jüdischen Menschen in der Diaspora und. in (Erez Israel gesprochen und ihre Forderungen nach einem .freien, aufrechten und selbstbewußten nationalen Dasein lieben und schätzen gelernt hat und dem'd i e verächtlich erscheinen, die eine Judenfrage ableugnen wollen. Wie ist .es möglich, daß La Maziere nach solchen Erfahrungen es nicht leidenschaftlich unternimmt, die Befürchtungen Uneingeweihter in bezug auf einen gestärkten jüdischen Nationalismus zu zerstreuen, sondern vielmehr neue, selten so gewaltig formulierte Drohungen an seine Adresse bereit hat? Wie kann es sein, daß er Aeußerungen des Chauvinismus, von weicher Krankheit unser Volk so wenig gefeit ist, als die anderen Völker, nicht voll , Nachsicht für seine besonderen Umstände auf das richtige Maß zurückzuführen weiß, daß er Ekstasen mystischer Weltphilo'SO'phie als Aggressivität brandmarken kann? Daß er so tief sinken kann, allen anderen Völkern zuzubilligen, eines Tages über das jüdische Volk herzufallen, sollte es mit seiner nationalen Ausdrucks weisenicht innerhalb der Grenzpfähle bleiben, die man ihm gesteckt hat und die ihm aus uuerfindlichen Gründen engherziger abgesteckt sein müssen als den anderen Nationen? Ist die Erklärung für diese unwürdige Einstellung La Mazieres nicht zu suchen in eigenem ungehärteten Chauvinismus, in einem tief innen stecken. gebliebenen Vorurteil von dem Pariatum des jüdischen Volkes? So seltsam derartige atavistische Empfiindungsüberreste bei einem solchen Geiste anmuten, <so ist doch nicht vorstellbar, worauf sonist sein fundamentales Mißverständnis iüdiscihnationaler Sehnsüchte und Ziele und sein Abweichen von dem seinem Herzen teuren Ideal der Völkergerechtigkeit zurückgeführt werden könnte. Wievieler Aufklärungsarbeit und geistiger Läuterung wird es noch bedürfen, bis in unserem Zeitalter der Rehabilitierung des Judentums dem jüdischen Volke die selbstverständliche Berechtigung zuerkannt werden wird, jüdische Politik zu machen, wenn diese Forderung heute noch einem La Maziere als strafbar erscheinen kann? Dr. Nadia Stein. Zehn Jahre Balf our-Deklaration. Eine Sammelschr i f t, he ra u s g e g eb e n vom Zionistischen La.n de skomitee für Oesterreich. (Wien, 1927, Selbstverlag, S 2.—.) Dieses sehr hübsch ausgestattete, mit einem Bilde Balfours geschmückte Büchlein enthält eine Reihe von interessanten Aufsätzen, insbesondere eine sehr ausführliche Arbeit vom Df. N. M. Gelber: „D i e Vorges cJi i c h t e d e r B a 1 f o u r - D e k i a r a t i o n", worin unter Bezugnahme auf ein sehr reichhaltiges, Quellenmaterial (zurückgehend, bis ins 17. Jahrhundert, in dem zuerst von englischer Seite die Förderung der Rückkehr der Juden propagiert wurde) die einzelnen Etappen der Haltung Englands zu dieser Frage geschildert werden. In ausführlicher Weise werden sodann die einzelnen Phasen, der Bestrebungen der zionistischen Führer, insbesondere Weizmanns, während des Weltkrieges dargelegt, England und die Ententemächte zu gewinnen.'Es ergibt sich aus diesen Schilderunigen, daß in der Balf our-Deklaration der von den Zionisten verlangte Wortlaut deshalb etwas abgeschwächt worden ist, weil seitens einflußreicher jüdischassimilatorischer Führer der englischen Juden Widerstände erhoben wur-

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