Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 12
- Article
- [Rezension] / a. b.
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 619 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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619 ^eiung. dementiert, denn die 'Einnahmen des K. K. haben sich seither verdoppelt und verdreifacht und. waren im Rekord jähr 5686 280,000 Pfund. Seidel ist so uninformiert, daß -er glaubt, der K. K. L. zahle Arbeitslosenunterstützung. — Oer Verfasser 'bespricht dann die politischen Gefahren,> Ar alber, englisches Parlament usw. -Er sagt ganz richtig, daß die zior niistische Arbeit auch den Arabern zugute kommt und nur in einem gegenseitigen brüderlichen Verhalten zu gemeinsamem Ziel der Entwicklung des Landes eine Möglichkeit für den Zionismus vorhanden sei. Sehr breit behandelt Seidel die Ansprüche der Araber, Palästina zu einem arabischen Staat zu machen. Er schildert die „großarafoische" Bewegung, der er eine Bedeutung beilegt, die sie nie gehabt .hat, am wenigsten im gegenwärtigen Zeitpunkt, der einverständlichen Verträge Englands mit flbn Saud, FeisaJ und Abdallah. AH die Zeitungsstimmen, Aeußerungen arabischer Politiker, die Seidel reichlich zitiert und deren Bedeutung er a'bsolüt »verkennt, sind überholt. Was sollen «heute die zitierten Aeußerungen Husseins besagen^ nachdem er selbst von Englands 'Gnaden lebte und inzwischen von England fallen gelassen wurde, was Seidel schließlich selbst erwähnt. Wassoll man weiter dazu sagen, wenn Seidel behauptet, daß England unter dem Druck der „<panarabisohen" Bewegungen die Balfour-Detklarätion fallen lassen wird, wenn inzwischen immer wieder die englischen Minister feierlich erklärt haben, keine englische 'Regierung - werde dies tun. Wir übergehen die weiteren Ausführungen Seidels über die christliche Bevölkerung und finden auch seine Wirtschaftsprognose nicht originell Er gibt der Plantagenwirtschaft und dem Transithandel die größte Chance. Für internationalen Kapitalszustrom biete Palästina wirtschaftlich noch keinen Anreiz, auch sei es für Kapitalisten politisch nicht sicher genug (Seidel scheint bei den (Kaitalisten. wenig Vertrauen zu einer englischen Verwaltung vorauszusetzen)! Zum Schluß meint Seidel, nur eine „Präponderainiz, wie sie Mustafa Kemal Pascha geschaffen ha'be",würde, zur Folge halben, daß allseits wirtschaftliches Interesse für Palästina erwache. Bis dahin wird das Land weiter „gespalten und zersetzt" sein, „ein Spielball weltpolitischer Interessen der Großmächte." Wir brauchen wohl diesen Schrei nach der Diktatur und die Meinung, daß Palästina -unter englischer Verwaltung — daserst wieder anläßlich des syrischen Aufstaindes gezeigt hat, daß es das politisch ruhigste -und sicherste OLand Vorderasiens ist'— ein politisch unsicherer „Spie'l'ball der iGroßmächte" sei, nieht ernstlich zu widerlegen. Solche Aeußerungen lassen die politische iEinstelluqg -und die Voreingenomimeniheit des Autors erraten, die e'beniso wie die nicht genügende Information und die nicht durch längere Zeit fortgesetzte Beobachtung schuld daran sind, daß er. ein falsches Bild der von ihm behandelten Fragen geben mußte. a. b. Israel sur la Terre des Ancetres. (Israel aim Lande seiner Ahnen.) Von iP i e r r e il a (M a zi e r e. Verlag Librairie Baudiniere, Paris, 1927. Dies neueste Buch des beliebten französischen Publizisten and Romanciers Pierre la Maziere, das obwohl schon 1926 •konzipiert — erst «jetzt an den Schaufenstern der Pariser Buchläden zu sehen ist, trägt eine weithin leuchtende Schleife mit der erläuternden, auf Israels Heimkehr' sich beziehenden Aufschrift: „Ein (Heldenepos, ein Hirtengedicht and — vielleicht — der erste Akt einer, schmerzlichen Tragödie." Das Buch ist in einer ersten.Ausgabe von 10.000 Exemplaren aufgelegt und wie alles, was von Maziere kommt, von der französischen Presse mit besonderem Beifall aufgenommen worden. La Maziere ist bekannt durch seine fesselnden Reiseberichte und Romane aus östlichen (Ländern. Insbesondere sein vorletztes Buch: „Unterwegs nach Syrien", das er 1926 während des französischsyrischen Feldzuges schrieb und das in die mutige Forderung an seine Regierung ausklang: Macht muselmanische Politik! erregte großes Aufsehen. Unterwegs nach Syrien besuchte La Maziere auch Palästina und das Ergebnis ist ein Buch „von hinreissendem Interesse". Die , «französische