Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die Frage der Vereinigung der Arbeiterparteien ("Ichud")
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 588 (sequence 8)
- Language
- German
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588 werden. Das Konkurrenzverhältnis zwischen den beiden stärksten Parteien, von denen die eine die tatsächlich verantwortliche für die. Politik der 'Histadruth ist, indes die andere, in mancher Hinsicht zur Passivität verurteilt, naturgemäß kritisch veranlagt werden muß und ihrerseits durch die vielleicht hie und da allzu scharfe Kritik die andere oft außer Fassung bringt und zu manchen falschen Schritten verleitet, schafft einen ungesunden Circulus vitiosus innerhalb de £ Histadruth, der für die Hinkunft verhängnisvoll werden kann, jedenfalls aber die gesunde Entwicklung der Histadruth bedeutend erschwert. Andererseits wirkt eben die durch die 'ziemlich unnormale Zusammensetzung der Mitgliedschaft der Achduth-Haawoda herbeigeführte, hie und da schwankende opportunistische Stellung der Partei auch auf ihre Politik in der Hfistadruth, was wiederum m manchen Zusammenstößen und Reibungen führt und auch die klare Entwicklungslinie der Histadruth verwischt. Die Einigung der Kräfte wird diesem Zustand ein Ende machen, die innere Atmosphäre in der Histadruth klären und das Tempo der Arbeit beschleunigen. So sollte der Prozeß der Vereinigung der beiden Parteien doch in Angriff genommen werden. Er wird viel unnötige Reibungen aus der Welt schaffen, mehr oder minder künstlichen Gegensätzen ein Ende machen und die Parteiverhältnisse unter der Arbeiterschaft vereinfachen. Die politische Kraft der Arbeiterschaft und deren Einfluß sowohl im Lande, als auch auf die jüdischen Volksmassen in der Galuth kann dadurch bedeutend steigen. Daß dies aber für den Zior nismus nur von Vorteil sein kan'n,~Tnuß nicht besonders hervorgehoben werden. Der Schwung des besten Teiles der Jüdischen Arbeiterschaft im Lande wird, von den Fesseln einer zwecklosen Parteikonkurrenz befreit, vieles zur Lösung der Schwierigkeiten beitragen können, deren es auch in Hinkunft sicher noch sehr viele geben wird. Rundschau. Wirtschaft. Von Dr. Kurt Gnu n w.a«ld, Tel-Awiw. Die Wi nt schafts lag e Ende November. Wer nach zweimonatiger Abwesenheit nach Palästina zurückkehrt und versucht, sich -ein Bild über die Lage zu machen, wird hiebei auf Schwierigkeiten stoßen. Er wird die widersprechendsten Ansichten vernehmen können; die -einen werden eine leichte Entspannung konstatieren, die anderen werden erklären, die Situation sei noch nie so drückend gewesen, wie 'eben jetzt. Versucht man dann, sich an objektive Tatsachen zu halten, so wird einem nachgewiesen, daß das Budget der Stadt Tel-Awiw nie ein so günstiges Bild geboten tobe als (jetzt, man wird hören, daß die Zahlungen bei der Hypothekenbank pünktlich geleistet werden und keine Exekution vorgenommen werden mußte, ferner, daß nur ein kleiner, den allgemein üblichen .nicht übersteigender Prozentsatz von Zimmern leerstehe. Man wird sich überzeugen können, daß Theater und Konzerte gut besucht sind, und doch..