Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 21 (1938)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1938)
- Article
- [Rezension] / l. r. m.
- Date
- 1938-02-01
- Page
- Seite 83 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2379786-2379966-2379968--26772-2414643- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
harmonische Lösung des Widerspruchs der von der Studiengruppe empfohlenen doppelten Dynamik zu Tage, wenn man sie nur ernstlich ausnutzen wollte. Es wurde leider völlig übersehen, daß das Schicksal das jüdische Volk auch hier zu einein W egbereiter für andere Völker gemacht hat. Gerade bezüglich Palästinas wird eine etwas einseitige Darstellung gegeben, als ob die jüdische Einwanderung der Störenfried sowohl des wirtschaftlichen Aufschwunges — der zum großen Teil auf öffentliche Arbeiten zurückgeführt wird (S. 244) — als auch der friedlichen Entwicklung der Selbstverwaltung (S. 245) wäre — für die ja Syrien ein markantes Beispiel bietet. Beides trifft bekanntlich in keiner Weise zu. Auch wird den Wahlen in einigen kleanci.i arabischen Landstädten übertriebene Bedeutung beigelegt. Es wäre gut gewesen, die ausgezeichnete niederländische Kolonialverwallung ausführlicher darzustellen und im Anhang die Ziffern für die einzelnen Inseln Niederländisch-Indiens gesondert anzugeben, um so das Verhältnis Javas zu den „Aeußcren Inseln" kennen zu lernen. Im Annans* I (S. 379) ist Mauritius irrtümlich nach Britisch-Westafrika geraten. Im allgemeinen würde das vorliegende ausgezeichnete Werk seinen /weck, aufklärend zu wirken, mit mehr Erfolg erfüllen, wenn es ins Deutsche, Französische und vielleicht ins Polnische wie Italienische übersetzt werden würde. Für jeden, der die Kolonialfrage richtig sehen und verstehen w i 1 1, ist es Tinentbehrlich. 1. r. m. Wirtschaft. Von Dr. Alfred Michaelis. Tel-Aviv. In letzter Zeit ist unsere Kenntnis der palästinensischen Wirtschaftsgrundlagen durch eine Reihe sehr aufschlußreicher statistischer Publikationen bereichert worden, durch die die bisherigen Kenntnislücken, insbesondere au! landwirtschaftlichem Gebiet, geschlossen werden. Gesamtumfang und Aufgliederung der Anbaufläche nach einzelnen Kulturarten. So ist in dem kürzlich erschienenen „Palestine Blue Book 1936" zum ersten Mal eine detaillierte Anbauflächen-Statistik enthalten, über die wir bisher nicht verfügten. Die Statistik, die alle landwirtschaftlichen Kulturarten umfaßt, beruht auf Aufzeichnungen der Dörfer und ist auf die Anbauflächen und Ernteergebnisse des Jahres 1936 bezogen, in dem die Getreideernte allerdings eine besonders ungünstige war. In der nachstehenden Uebersicht sind für die wichtigsten Getreidearten die bereits bekannten Ernteergebnisse des Jahres 1937 eingesetzt. Aus diesem Ueberblick ergibt sich zunächst, daß die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche Palästinas acht Millionen Dunam groß ist, von der knapp 75 Prozent auf Getreide entfallen. Daneben sind flächenmäßig vor allem der Anbau von Zitrus- und anderen Früchten, wie die Olivenkulturen, von Bedeutung. Der Anteil der jüdischen Landwirtschaft entfällt vor allem auf Futterpflanzen, Gemüse, Zitrus und andere Früchte, ihr Anteil am Getreideanbau ist relativ sehr gering (vor allem etwas Weizen und Mais). Dem überwiegenden flächenmäßigen Anteil der arabischen Landwirtschaft entsprechend sind die Erntemengen und dementsprechend auch die Erntewert& verhältnismäßig niedrig. Auf Zitrus- und andere Früchte entfällt mehr als die Hälfte des gesamten Erntewertes (auf Zitrus allein 38Im günstigen