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Palästina · 1938-02-01 · Heft 2 (Februar 1938) · p. Seite 81

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
21 (1938)
Issue
Heft 2 (Februar 1938)
Article
[Rezension] / l. r. m.
Date
1938-02-01
Page
Seite 81 (sequence 1)
Language
German
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Politische Literatur. Von nun an werden ausführliche Besprechungen politischer Literatur an dieser Stelle gebracht werden. The Colonial Problem. A Report by, a Study Group of Members of the Royal Institute of International Affairs, Oxford Univcrsity Press, London, New York 1937, Toronto, 448 Saiten, 2 Karten sh 16/—. — Diese Veröffentlichung des Institutes erfolgt, wie in der Einleitung gesagt wird, in der Hoffnung, größeres Verständnis und genauere Kenntnis der heule höchst aktuellen Kolonialfrage zu vermitteln. Im ersten Teil wird diese vom internationalen Gesichtspunkt aus gesehen, dargestellt, die Bedeutung der Kolonien und ihr Wert für die Kolonialmächte untersucht und auf die Verschiedenheit der Verwaltungsgrundsätze der einzelnen Mächte eingegangen. Die ^Assimilation" in den französischen Gebieten, die „indirekte" Herrschaft in den britischen Kolonien und die Zwischenstellung Holländisch-Indiens wird geschildert, die verschiedenen Herrschaftssysteme und Wege zur Selbstverwaltung werden erörtert. Im militärischen Teil fällt die für die gegenwärtigen Verhältnisse völlig unzureichende Stärke der britischen Besatzungen auf, deren Verteilung noch ein UeberbleibseJ aus dem friedlichen 19. Jahrhundert zu sein scheint. Im vierten Kapitel wird der wirtschaftliche Wert der Kolonien für das Mutterland einer nüchternen Prüfung unterzogen, die ergibt, daß sich reiche Länder eher Kolonien leisten können als arme. Die folgenden Kapitel behandeln die wirtschaftliche Gleichberechtigung der Ausländer in den Kolonien nach den internationalen Verträgen, das Mandatssystem und die Vorschläge zur Ausdehnung desselben auf andere Kolonien, sowie die Möglichkeit ihrer Uebertragung an andere Mächte, wobei sich die Erkenntnis ergibt, daß den Wünschen der ..koloniehungrigen'* Mächte auf andere Weise Rechnung getragen werden müßte, als durch Abtretung von Gebieten. Im zweiten Teil des Werkes wird die Kolonialfrage vom Standpunkt der Kolonien selbst behandelt, ein Standpunkt, der in der Diskussion —- in Mitteleuropa wenigstens — fast immer vernachlässigt wird. Hier sind vor allem die Kapitel über Bevölkerungsproblcme, Ernährung, die Wirtschaft der Eingeborenen sowie über Entwicklung der Kolonialländer und die Arbeits fragen von Interesse. Im dritten Teil, der sich mit Handel, Investitionen, Finanzen und Siedlung beschäftigt, sind die Kapitel über Rohstoffe, die Rolle der Kolonien als Märkte für die Kolonialmacht, die Beschäftigung und Ansirdlung von Europäern erwähnenswert. Das letzte Kapitel über geeignete Siedlungsrau.ne für Europäer verdient besondere Aufmerksamkeit. Nach diesem notwendigen kursorischen Ueberblick, der dem Reichtum des Inhaltes der unparteiischen und übersichtlichen Darstellung hier ja nicht gerecht werden kann, ist zu fragen, ob der Zweck des Buches erreicht wurde«. Dies kann nur mit Einschränkungen bejaht werden. Unter den kolonialhungrigen Völkern, den Deutschen, Italienern und Polen, werden die verfassungsrechtlich wohl zutreffenden Argumente, die Indien vom Kolonialproblem ausschließen, nicht verstanden oder nicht ernst genommen werden. Für dies« Länder treffen auf Indien alle die Vorstellungen zu, die sich der öffentlichen Meinung von Kolonien und deren Vorteilen macht.

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