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Palästina · 1938-02-01 · Heft 2 (Februar 1938) · p. Seite 67

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
21 (1938)
Issue
Heft 2 (Februar 1938)
Article
Zionistische Industriepolitik
Date
1938-02-01
Page
Seite 67 (sequence 6)
Language
German
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H e n t a b i ] itüts fragen. Rentabilitätsschwierigkeiten können im Einzelfalle viele verschiedene Gründe haben, von denen hier nur diejenigen interessieren, die man wegen ihrer Verbreitung als „genereil" ansehen kann. Das sind: Ungenügende Kapazitätsausnutzung, Preisverfall und — in gewissem Abstand — teure Finanzierung. Die Kapazität palästinensischer Industriebetriehe - worunter wir nicht nur die Leistungsfähigkeit eines Maschinenparkes, sondern auch die Auswertungsmöglichkeit der in einen Betrieb in\*estierten fachlichen und organisatorischen menschlichen Kräfte verstehen müssen — wird vielfach nur ungenügend ausgenutzt. Wenige Betriebe erreichen den Produktionsumfang, dessen sie fähig wären, viele bleiben auch noch hinter der Stufe, auf der rentables Arbeiten beginnt, zurück. Amortisationsraten und fixe Kosten eines im Verhältnis zum Absatz viel zu großen Apparates, der trotzdem vom Produktionsstandpunkt das Minimum der erforderlichen Aufwendungen darstellen kann, machen auch die in den reinen Herstellungskosten (Material und Arbeit) durchaus wettbewerbsfähige Produktion unrentabel. Verschiedene Gründe können für das Zurückbleiben des Absatzes hinter der Kapazität verantwortlich sein: a) Ueberdimensionierung des Unternehmens im Verhältnis zum tatsächlichen Landesbedarf, infolge Ueberschätzung oder temporären Bedarf rückganges (Investitionsgüter). b) Verteilung des Bedarfes auf zu viele inländische Produzenten. c) Teilung des Bedarfes mit ausländischen Erzeugnissen. In engem Zusammenhang mit der mangelnden quantitativen Entwicklung der Produktion steht der Druck auf die Preisgestaltung. Sie ist vielfach losgelöst von der tatsächlichen Kostengestaltung und folgt ausschließlich dem Zwang der Marktverhältnisse. Auch dabei kann man verschiedene Konstellationen unterscheiden: a) Druck der ausländischen Konkurrenz, sei es, daß sie durch echte Kostenvorteile oder durch Dumpingmethoden zu billigerer Preisstellung kommt. b) Preiskampf der inländischen Konkurrenten untereinander mit dem Ziel, einen Teil der Mitbewerber zum Ausscheiden zu bringen. c) Ueberangehot und prekäre Finanzverhältnisse führen bisweilen auch ohne Druck der Konkurrenz zu Preisnachlässen. Beschränkte Absatzmöglichkeiten und ungenügende Preise sind die wichtigste und häufigste Ursache mangelnder Rentabilität. Daneben kann noch auf einen» weiteren, seiner Verbreitung wegen als generell zu bezeichnenden Verlustfaktor hingewiesen werden: das sind die häufig abnormal hohen Ausgaben für 1 i n a n - z i e r u n g. Die Tatsache, daß ein großer Teil der Industrie mit ganz unzureichendem Eigenkapitai arbeitet, und daß ihm auch Leihkapital nur in beschranktem Umfang und zu teuren Bedingungen zur Verfügung sieht, bedeutet in doppelter Hinsicht eine Belastung der industriellen Arbeit: a) Hohes Zinsniveau, erhebliche Kommissionsgebühren und Spesen für die verschiedenen gesetzlichen Formalitäten verteuern die Inanspruchnahme \on Fremdkapital und stellen — in Anbetracht des langsamen Kapitalumschlages — eine erhebliche Belastung des Umsatzes dar. b) Die Beengtheit der finanziellen Mittel hemmt die Aktionsfähigkeit des Unternehmens, verhindert häufig die Ausnutzung günstiger Chancen und zwingt zu teurem Einkauf und unrationeller Fabrikation.

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