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Palästina · 1938-02-01 · Heft 2 (Februar 1938) · p. Seite 66

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
21 (1938)
Issue
Heft 2 (Februar 1938)
Article
Zionistische Industriepolitik
Date
1938-02-01
Page
Seite 66 (sequence 5)
Language
German
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wieder, und die Bedari'szii'i'crn müssen ebenso rasch wieder sinken, sobald die Einwanderung absolut oder nur relativ nachläßt. Die Entwicklung der palästinensischen Industrie tendierte bisher zu einem erheblichen Teil gerade auf Deckung dieses Investitionsbedarfes hin. Schätzungsweise ein Drittel der Industrie produziert für den Baumarkt, ein weiterer, nicht unerheblicher Teil der Produktion dient dem Einrichtungsbedarf der Landwirtschaft, und auch bei der Möbelindustrie muß ein Teil des bisherigen Absatzes auf Konto des Einriqfrtungs bedarf es von Einwanderern gesetzt werden. Der starke Rückgang dieses Investitionsbedarfes in den letzten zwei Jahren, in denen sich die Bautätigkeit allmählich auf 50o/o ihres durchschnittlichen Umfanges von 1935 reduzierte9) und die Neuanlage von Zitruspflanzungen fast ganz aufhörte, mußte die auf diese Bedürfnisse eingestellte Industrie besonders stark treffen. Hier trat eine Schrumpfung des Geschäftsumfanges ein, die über die Wirkung der rein konjunkturelllen Depression weit hinausgeht.10) Während im Konsumbedarf die Verbrauchseinschränkung des einzelnen zum großen Teil ausgeglichen wurde durch die inzwischen gewachsene Gesamtzahl der Verbraucher, konnte diese Vermehrung bei den Investitionsgütern nicht ausreichen, um den fehlenden Anschaffungsbedarf der Einwanderer zu ersetzen. Der Geschäftsrückgang dieses Teiles der Industrie mußte sich als Krisenherd auch in der übrigen Wirtschaft fühlbar machen. Der Kaufkraftausfall der bisher hier beschäftigten Arbeiterwirkt auf den Absatz der Konsumgüter zurück, Stillegungen und finanzielle Schwierigkeiten eines Teiles dieser Betriebe vergrößern die allgemeine Vertrauenskrise. Struktureile Mängel des gegenwärtigen Industrieaufbaues : Tiefer wurzelnd als die konjunkturellen Depressionsursachen und allgemeiner als der besondere Krisenherd des Investitionsrückganges ist eine Schicht industrieller Probleme, die man in einem gewissen — weiten — Sinn des Wortes als „strukturell" bezeichnen kann. Wir heben als die wichtigsten heraus: Rentabilität und Finanzierung. Sie als Probleme zu bezeichnen, sagt schon, daß sie nicht gelöst sind. Tatsächlich charakterisiert es das gegenwärtige Stadium des Industrieaufbaues, daß es in einer großen Reihe von Betrieben — gewiß nicht in allen — in der einen oder anderen Beziehung Schwierigkeiten gibt. Die konjunkturelle Depression hat sie aufgedeckt, aber sie hat sie nicht gestalten. Diese Probleme« mußten fühlbar werden, wie auch immer die allgemeinen Konjunkturverhältnisse sich gestalteten, und ihr Offenbarwerden hat selbst nicht wenig zur Verschärfung der allgemeinen Depression beigetragen. °) Regierungsindex der Baugenehmigungen (Monatsdurchschnitt): 1931 — 100; 1935 374,8; 1936 227,8; 1937 (8 Monate) 186,4. IU) Vgl. dazu die Berechnungen der Jewish Agency (Bulletin of The Economic Research Institut« Vol I, No. 2/3, S. 31), nach denen die Arbeiterzahl im Frühjahr 1937 gegenüber März 1936 in der Metallindustrie um 29°/o und in der Holzindustrie um 17 o/o gesunken war, während die Textilindustrie nur einen Rückgang von 3^o und die Lebensmittel- und Bekleidungsindustrie sogar Steigerungen von 2^0 bezw. 3°/o aufweisen.

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