Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 21 (1938)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1938)
- Article
- Betrachtungen über die Triebkräfte der jüdischen Wirtschaft
- Date
- 1938-02-01
- Page
- Seite 52 (sequence 2)
- Language
- German
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nicht notwendig zusammenhängen. Zu diesen Faktoren gehört die plötzlich aufgetretene Kriegspsychose Ende 1935. Da diese Faktoren unberechenbar sind und nicht der Wirtsehalt entstammen, muß eine Systematik der Wirtschaftskräfte sie ausschließen. Obwohl diese Faktoren bei historisch einmaligen Gelegenheiten einen entscheidenden Einfluß auf die Wirtschaftsentwieklung ausüben können, besagen, sie nichts über die Wirtschaft selbst. Neben der Gliederung der Wirtschaftskräfte nach ihrer Herkunft steht die Gliederung nach ihrem Wirkungsbereich. Wir müssen die Faktoren daher in solche aufteilen, die die Produktionsbed in gungen1) der Wirtschaft ändern (Zölle, Handelsverträge, Weltmarktpreise, Konsumerweiterung durch Einwanderung) und in solche, die den Produktions a p p a r a t der Wirtschaft verändern (Einwanderung, Kapitalausfuhr, Investierungen). Die letztgenannten Kräfte bestimmen also das Tempo der Ausdehnung der palästinensischen Wirtschaft. Letztlich muß man die Faktoren nach, ihrer Bedeutung für die Wirtschaft wägen. Fremdenverkehr und Kapitalausfuhr z. B. sind Faktoren von völlig verschiedener Bedeutung für das Land. Während der Fremdenverkehr in guten Zeiten schätzungsweise LP. 1,000.000 ins Land brachte, hat die Kapitaleinfuhr in den letzten Jahren sich zwischen drei bis zehn Millionen Pfund bewegt. Dazu kommt, daß von den Einkünften aus dem Fremdenverkehr noch die Kosten für Verpflegung, Beförderung etc. der Fremden abgezogen werden müssen. Wir finden also, daß die Kapitaleinfuhr — um es ungefähr in Ziffern auszudrücken — eine fünfmal so starke Kapitalbereicherung des Landes mit sich brachte, als der Fremdenverkehr. 1. Die nebenstehende Tabelle beginnt mit den politischen Faktoren. In der Tat übt wohl kaum in einem anderen Land der politische Faktor eine so starke Wirkung auf die Wirtschaft aus wie in Palästina — und dies aus den folgenden Gründen: a) Die stärksten Kräfte der palästinensischen Wirtschaft sind äußere Faktoren, empfindlich also für äußere und innere politische Gefahren. b) Politische Gefahren in Palästina bedeuten für die jüdische Wirtschaft nicht Verlust einer Saison oder Sturz einer Partei, sondern vielleicht noch immer Bedrohung der gesamten jüdischen Existenz. 1) Der Leser wird bemerken, daß der Begriff hier in einer erweiterten Bedeutung gebraucht wird.