Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 21 (1938)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1938)
- Article
- An der Schwelle des neuen Wirtschaftsjahres
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 2)
- Language
- German
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Zunächst der Import, dessen Entwicklung ein wichtiges Symptom der Kaufkraft und Umsatztätigkeit bildet. Er weist im Vergleich zur entsprechenden Zeit der beiden vorhergehenden Jahre folgendes Bild auf (in LP. ^1000): 11 Monate 1937 11 Monate 1936 11 Monate 1935 Import 14.625 12.495 16.3S3 Export 4.972 2.762 3.710 Reexport 614 5.586 546 3.308 266 3.976 Importüberschuß ' 9.039 9.187 12.407 Die Importziffern der ersten 11 Monate 1937 liegen also um 17,1 o/o über den entsprechenden Vorjahrsziffern und nur um 10,7 o/o unter den Rekordziffers des Prosperitätsjahres 1935. Diese Zahlen sind in Anbetracht der Depression erstaunlich. Es ist allerdings zu berücksichtigen, daß die internationale Preissteigerung auf die Importwerte erhöhend eingewirkt hat, so daß der mengenmäßige Importrückgang gegenüber 1935 "ein stärkerer ist, als er wertmäßig zum Ausdruck kommt. Das Office of Statistics schätzt, daß die Importwerte in den ersten acht Monaten dieses Jahres gegenüber 1935 durch die internationale Warenpreissteigerung um rund 18 o/o in die Höhe getrieben wurden, inzwischen hat sich dieser Prozentsatz eventuell etwas reduziert. Jedenfalls aber bleibt die Tatsache bestehen, daß sich die Kaufkraft für Importwaren gegenüber dem Prosperitätsjahr 1935 um nur 10o/o reduziert hat. Eine Detailanalyse der Importziffern ist infolge der diesjährigen Abänderung der handelsstatistischen Klassifizierung der Waren nicht möglich. Trotzdem ist aber zu erkennen, daß der Lebensmittelimport überhaupt nicht zurückgegangen ist, der Regierungsimport dürfte (wie sich auch aus den erhöhten Reexportziffern ergibt, die im wesentlichen Militärbedarfsartikei betreffen) eher gestiegen als gesunken sein, so daß sich der Importrückgang auf Rohstoffe und industrielle Fertigwaren konzentriert, bei denen er sich dann allerdnigs prozentuell viel schärfer als beim Gesamtdurchschnitt auswirkt. Es entspricht das dem stark verminderten Importbedarf für Investitionszwecke und zum Teil auch für entbehrliche industrielle Konsumgüter. Eine sehr positive Entwicklung hat die Ausfuhr genommen, in erster Lin:e infolge des stark erhöhten Zitrusexportes. Jedoch befindet sich auch der Exportvon Industrieprodukten (Kali, Brom, Speiseölen und andere Produkte der Nahrungsmittelindustrie, Textilwaren, Metallwaren und anderes) im Steigen. Einen beträchtlichen Umfang hat auch infolge der günstigen Getreidernte der Export von Gerste und Mais angenommen, ebenso der von rohen Häuten und Fellen, wie Alteisen und -metallen. Der wesentlich erhöhte Export und Reexport hat in Verbindung mit dem Importrückgang zu einer Reduktion des Importüberschusses sowohl gegenüber dem Vorjahr wie insbesondere gegenüber 1935 geführt, der sich bis Ende des Jahres noch stärker auswirken wird, da die Orangenausfuhr der neuen Saison ein schnelleres Tempo als in den vorgehenden Jahren angenommen hat. Wenn das Handelsbilanzdefizit, das allerdings nur zum Teil auf die jüdische Wirtschaft entfällt, für diese angesichts des geringfügigen Kapitalimportes auch eine drückende Last darstellt, so ist doch aber unverkennbar, daß die Depression auf eine beträchtliche Reduktion hingewirkt hat. Der Rückgang der Einwanderung auf knapp 1000 Juden im Monatsdurchschnitt von Jänner bis Oktober 1937 gegenüber fast 3000 im Vorjahr und über