Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 21 (1938)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1938)
- Article
- Das neue Weissbuch
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Rundschau JEWISH AGENCY. Das neue Weißbuch. Von f. m; Das angekündigte Weißbuch der englischen Regierung, das die Richtlisaea enthält, die der neuen rKommission nach Palästisa auf den Weg gegeben werde» sollen, ist in Form eines Briefes Ormsby Gore's an den High Commissaoöer knapp vor Redaktionsschluß erschienen. Eine vorläufige Wertung dieses Dokumentes ist umso schwerer möglich, weil sein Inhalt einen gewissen Rückzug gegenüber der entschiedenen Stellungnahme bedeutet, die von der Regierung nach Erscheinen des Peal-Berichtes in ihrem damaligen Weißbuch eingenommen wurde und verschiedene Deutungen zuläßt. Ormsby Gore erklärt in dem neuen nicht nur, daß die Regierung sich „in keiner Weise auf die Billigung des Peel-Planes festgelegt" habe und die neue Kommission Abänderungsvorschläge machen könne; insbesondere habe die Regierung den Vorschlag der Palästina-Kommission wegen?Avanesweiser Umsiedlung der Araber aus dem künftigen jüdischen Staat nicht angenommen. Es wird ferner die Meinung ausgesprochen, daß die Kommission — die w!e verlautet, erst Ende März nach Paliistina fahren und nur eine sogenannte technische sein wird, weil sie bloß über die Modalitäten der Teilung Vorschläge machen soll — viele Monate im Lande zu tun haben wird. Der Eindruck, den diese Verlautbarung der britischen Regierung in zionistischen Kreisen gemacht hat, war ein ungünstiger. Zunächst und vor allem deshalb, weil die einzige Tatsache, die klar aus ihr hervorgeht, die ist, daß mit' einer baldigen Entscheidung in der Palästinafrage nicht zu rechnen ist. Und, ferner, weil von all den Einwendungen, die gegen den Peel-Plan erhoben wurden, nur eine einzige behandelt wird: die Kommission soll in ihrem Vorschlag darauf sehen, daß nicht allzuviel Araber im jüdischen Gebiet verbleiben sollen und vice versa. Da die Zahl der Juden, die nach dem Peel-Plan im arabischen Staat verblieben wären, gering ist, so kann damit nur gemeint sei«, daß — wie auch schon durchgesickert ist — ein Stück von Galiläa (und wah4r^ scheinlich Akko) dem künftigen, nach dem bisherigen Vorschlag ohnehin zwerghaften jüdischen Staat weggenommen werden soll. Dessen Lebensfähigkeit und Bedeutung würden dadurch noch weiter herabgesetzt und seine strategische Lage völlig unhaltbar gemacht werden. Dieses Weißbuch kann daher auf alle Fälle nur als eine Verschlechterung der Chancen für die Juden angesehen werden. Schon die Tatsache, daß die Unsicherheit über die Zukunft Palästinas noch vielleicht ein ganzes Jahr andauern soll, was vielleicht vom Standpunkt der Weltpolitik Großbritanniens günstig wäre, ist von nachteiligster Wirkung auf die energischen Versuche der Juden, die wirtschaftliche Krise zu beheben, die seit dem abessin Ischen Krieg und den Unruhen im Lande herrscht. Die „Flucht nach vorwärts" durch eine neue Einwanderungswelle ist heute unmöglich gemacht worden, weil da& Kapital sich infolge der unsicheren politischen Lage von Neuanlagen zurückhält, weiteres sehr spärlich ins Land strömt, und andererseits, wie bekannt, bis