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Palästina · 1938-01-01 · Heft 1 (Januar 1938) · p. Seite 13

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Journal
Palästina
Volume
21 (1938)
Issue
Heft 1 (Januar 1938)
Article
Das Steuerwesen im künftigen Judenstaat
Date
1938-01-01
Page
Seite 13 (sequence 1)
Language
German
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Das Steuerwesen im künftigen Judenstaat. Von Eh-. Kurt Bell, Berlin. Vorbem. der Red.: Nachstehead drucken wir einen Teil des Vortrages ab, den der Verfasser über dieses Thema vor einem kleinen Kreis in Jerusalem gehalten hat. In den vorstehenden Abschnitten behandelt der Verfasser den Stand der Lehre vom Steuerwesen und weist insbesondere darauf hin, daß drei große Gebiete bisher zu wenig beachtet worden sind, nämlich das Verhältnis von Wirtschaftsstruktur und Steuerwesen, das Steuerwesen als Teil der Politik und die Besteuerung als Teil der öffentlichen Verwaltung. Er kommt dann auf die Steuertechnik zu sprechen. 1. Steuertechnik der Einkommensteuer. Die Steuertechnik und ihr praktischer Einfluß auf die Gestaltung des Steuerwesens sind oft unterschätzt worden. Oft sind um schönere Theorien willen steuerliche Versuche gemacht worden, die diese Theorien niemals in die Praxis umsetzen konnten, weil sie aus technischen Gründen scheitern mußten und scheiterten, und die auf dem Papier stehenden Vorteile und Gerechtigkeiten einer Steuer haben sich dann oft in die größten Ungerechtigkeiten in der Praxis umgewandelt. Kein einziges Gebiet ist hierbei so lehrreich und so interessant wie das der Einkommensteuer. Es gibt vielleicht keine Steuer, die bei der gegenwärtigen Mentalität des europäischen Menschen so allgemein anerkannt ist, weil sie den das Leben beherrschenden Grundsätzen in der Theorie entspricht. Es gibt aber kaum eine Steuer, die historisch gesehen, so oft und in so vielen Fällen versagt hat, und die nur in einer jahrzehntelangen stetigen Entwicklung allmählich dazu gekommen ist, schließlich das zu halten, was sie ursprünglich versprach. Die Einkommensteuer ist die Steuer des höchst entwickelten Kapitalismus mit seinen großen Einkommenunterschieden und seiner für andere Steuern oft nicht greifbaren Wirtschaft; gleichzeitig die Steuer, die nur funktioniert, wenn sie der Behörde weitgehende, dem alten Liberalismus sehr unerwünschte Einblicke und Rechte gestattet. Aber die Einkommensteuer fordert noch mehr, nämlich: ein im Ganzen stabiles Wirtschaftsleben ohne allzu große Erschütterungen nach der Seite der Einnahmen, und was noch wichtiger ist, nach der Seite der Steuerpflichtigen. In den Zeiten des Beginns des großen Aufschwungs des Kapitalismus ist die Einkommensteuer zunächst überall an technischen Gründen gescheitert; erst ganz

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