Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 21 (1938)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1938)
- Article
- Die Siedlungskapazität der Orientländer
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
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keit des von ihm bearbeiteten Bodens nachgelassen hat, verläßt ihn der Fellache, um andere, weniger erschöpfte Ländereien zu bebauen. Es mag hinzugefügt werden, daß die Zahl der großen Grundbesitzer, die über mehr als 1000 Dunam bewässerbares Land verfügen, im Irak recht beträchtlich ist. Ohne ^eine grundlegende Reform sowohl der Bodeneigentumsverhältnisse als der Bewirtschaftungsmethoden ist daher eine Erschließung größeren Maßstabes nicht denkbar. Aehnliche Voraussetzung«! einer Neukolonisierung treffen aber auch für die anderen Orientländer zu. Syrie®. Die Verhältnisse in Syrien zeigen in mancher Hinsicht ähnliche Züge wie im Irak. Syrien ist ein Agrarland mit teilweise sehr dünn bevölkerten und überaus extensiv bewirtschafteten Gebieten; die landwirtschaftliche Bevölkerung besteht fast ausschließlich aus arabischen Fellachen. Aehnlich wie im Irak sind exakte, das heißt durch Vermessung und Zensus, ermittelte Daten über den Umfang der anbaufähigen Gebiete, Bevölkerungsdichte etc. nicht vorhanden. Die in der letzten größeren Veröffentlichung der American University über Syrien enthaltenen Ziffern sind überwiegend veraltet und zum Teil unvollständig.3) Den folgenden Tabellen und Berechnungen wurden daher die für Anfang 1935 zusammengestellten Daten und Schätzungen der „Regie des Traveaux du Cadastre et d'Amelioration Fonciere des Etats de Syrie et du Liban" zugrundegelegt, die dem Verfasser dankenswerterweise von dem Che! der Regie überlassen wurden. Im Gegensatz zum Irak ist der Anteil der nomadischen Bevölkerung in Syrien sehr gering und erreicht mit rund 300.000 kaum mehr als 10°/o der Gesamtbevölkerung. Die seit altersher dicht besiedelten Küstengebiete im Westen des Landes sind in ihrer wirtschaftlichen und sozialen Struktur w eitgehend von den östlichen Landesteilen verschieden, die ihrerseits schon Uebergangsformen zum Irak darstellen. Im Vergleich zum Irak fehlen in Syrien ferner — trotz regional guter Wasserversorgung — die großen zentralen Stromsysteme zur Bewässerung, die in Mesopotamien die Anbaumöglichkeiten ausschlaggebend bestimmen. Aus diesen Hinweisen geht hervor, daß die übliche Uebersicht über Flächenumfang und Bevölkerungsdichte angesichts einer so 3) Economic Organization of Syria, ediert von S. Himadeh, Beirut 1936.