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Palästina · 1908-01-01 · Heft 11-12 · p. Seite 215

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
5 (1908)
Issue
Heft 11-12
Article
Die Schulfrage Palästinas
Date
1908-01-01
Page
Seite 215 (sequence 12)
Language
German
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Endlich wird ein einheitlicher Geist immer mehr in den Schulen Palästinas herrschend werden. So kann auch das Schulwesen vor allem mit an der Lösung unserer grossen jüdischen und allgemeinen Kulturfragen mitarbeiten, einen geistigen Zentralpunkt unserer neuen Lebensformen, das heisst unsere neue Kultur zu finden. Fritz Lorch, München Jaffa: Die Weinbaukrise in Palästina. Seit einigen Jahren hat der Weinbau in der Türkei eine schwere Krise durchzumachen. Betrug die Weinproduktion der Türkei im Jahre 1905/06 insgesamt 78 997 703 kg, so ging sie im Jahr 1906/07 auf 61 956 407 kg zurück. Das macht innerhalb eines einzigen Jahres einen Rückgang von 17041296 kg. Entsprechend der Produktion ging natürlich auch der Steuerertrag zurück. Er belief sich (aus Wein und Arrak) 1905/06 auf 116 241 türk. Pfd., 1906/07 auf 99 772 türk. Pfd. Das ist ein Ausfall für das letzte Jahr von nicht weniger als 16 468 Pfd. gegenüber 1905/06. Der türkische Weinexport betrug 1905/06: 9 290 035 kg, 1906/07: 8 297 694, d. h. im letztvergangenen Jahr 992 341 kg weniger. Deutschland bezog hievon 1905/06: 2 666 417 kg, 1906/07: 2 373 247 kg. Auch hier ist also ein Rückgang von 293170 kg zu verzeichnen. Auch in Palästina ist die Weinproduktion in den letzten Jahren erheblich zurückgegangen. Zwar der Weinexport stieg von Jahr zu Jahr. Er belief sich in den Jahren: 1898 auf 410 000 Mk. 1903 auf 607 000 Mk. 1900 „ 437 000 „ 1904 „ 757 000 „ 1902 „ 368 000 „ 1905 „ 880 000 „ Aber diese Zahlen geben keinen Begriff von dem Missverhältnis, das zwischen Produktion und Export besteht. Die Weinproduktion im Konsulatsbezirk Jaffa belief sich 1905 auf 70000 Hektoliter, 1906 auf 46 000 hl. Sie-nahm also innerhalb eines Jahres um 24 000 hl ab! Die Traubenernte gibt der österreichische Konsul in Jaffa für das Jahr 1906 auf 100 000 Doppelzentner, für 1907 aber auf 43 000 Doppelzentner an. Das ist « ein Rückgang von 57000 Doppelzentnern, der seine Gründe nicht etwa in einer schlechten Ernte, sondern in der Tatsache sucht, dass in Palästina, und insbesondere in der Philisterebene, von Jahr zu Jahr mehr Weinberge in Orangegärten, Mandelbaumanlagen u. s. f. umgepflanzt werden. Wie gross das Mis- Verhältnis zwischen Produktion und Absatz ist, geht auch daraus hervor, dass trotz der Weinproduktion Jaffas dm Jahr 1906 von 46 000 hl, im folgenden Jahr nur 10 000 hl nach dem Ausland versandt wurden. Noch schlimmer ist die Lage im Konsulatsbezirk Haifa, wo z. B. 1903 18,000 hl Wein produziert, aber nur 215

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