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Palästina · 1908-01-01 · Heft 10 · p. Seite 193

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Journal
Palästina
Volume
5 (1908)
Issue
Heft 10
Article
Missionstätigkeit des Franziskanerordens im hl. Lande
Date
1908-01-01
Page
Seite 193 (sequence 3)
Language
German
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Eine wichtige Rolle in der Mission des Heiligen Landes spielen auch die Werke der christlichen Barmherzigkeit, zumal der Krankenpflege und Armenfürsorge. Die meisten katholischen Anstalten dieser Art verdanken ihr Entstehen französischer Grossherzigkeit. Die Kustodie besitzt Armenapotheken in Jerusalem, Bethlehem, Jaffa und Nazareth. Es werden durchschnittlich im Jahre 50 000 Frei-Rezepte in diesen Apotheken ausgeführt. Zur Krankenpflege kommt die Armenfürsorge. Da weder Regierung noch Gemeinde sich um die Armen kümmern, muss die Mission einspringen. Arme, Witwen und Waisen sind hier ausschliesslich auf ihre Seelsorger angewiesen. Die Kustodie hat zwei Waisenhäuser in Jerusalem und nimmt jährlich eine reichliche Verteilung von Almosen an die armen Familienmütter vor, denen der Tod den Brotgeber ihrer Kinder geraubt. AUS DEN HAUPTSTÄDTEN Jerusalem.*) Wahlen. Es wird jetzt hier im Lande energisch an den Vorbereitungen zu den Parlamentswahlen gearbeitet, es werden überall die Wählerüsten zusammengestellt und publiziert, und in manchen Gegenden, wie in Hebron, haben schon die Wahlen i. Grades begonnen. Laut den statistischen Aufstellungen der offiziellen Wahlkommissionen hat der Jerusalemer Sandjak drei Deputierte in das Parlament zu entsenden. Er hätte eigentlich Recht auf vier, wenn die beträchtlichen Massen der Beduinen, die in den Grenzen des Sandjaks herumwandern, an den WTahlen teilnehmen würden. Wie man aber aus Birsaba und Jericho meldet, refüsierten die Beduinen ihre Eintragung in die Wählerlisten und verzichten gänzlich auf ihr Wahlrecht: es soll dies als Mittel zur Befreiung vom unbeliebten Militär, dienst dienen. Der Sandjak von Nablus, der das Land Samarien umfässt, entsendet mit einer männlichen Bevölkerung von 61,800 Seelen einen Deputierten; der Sandjak von Akko (entspricht dem oberen Galiläa), der eine Bevölkerung von 45,500 männlichen osmanischen Untertanen aufweist, wird ebenfalls einen Deputierten wählen. Ueber die Chancen der Juden kann man sogar jetzt nichts voraussagen. Bei guter Organisation würden die Juden bei den bevorstehenden Wahlen eine bedeutend« Rolle spielen; bei den jetzigen Zuständen aber, wo es fast (keine Spur von Organisation gibt -und wo die Anzahl der o 11 omanischen Juden noch ganz gering ist gegenüber der gesamten Judenheit Palästinas, sind wenig Hoffnungen da, dass man einen jüdischen Deputierten wird entsenden können. Jedenfalls wird doch etwas daran gearbeitet, es bildeten sich in Jerusalem und Jaffa jüdische Wohlkomitees, nach Muster des christlichen und muselmännischen — und wird man *) Von unserem Spezialberichterstatter. 19a

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