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Palästina · 1908-01-01 · Heft 10 · p. Seite 180

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Journal
Palästina
Volume
5 (1908)
Issue
Heft 10
Article
Aussichten und Aufgaben der Arbeiter-Genossenschaftsbewegung in Palästina
Date
1908-01-01
Page
Seite 180 (sequence 2)
Language
German
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Verkaufsstellen mit S281 Angestellten. Der Qschäftsumsatz für dieses Jahr belief sich auf 202.616.000 Mark, der Reingewinn für denselben Zeitabschnitt auf 163/4 Millionen Mark, bei einem Betriebskapital von 70.434.000 Mark. In Deutschland gibt es aber noch eine grosse Gruppe von Konsumvereinen, die dem „Allgemeinen Verbände der deutschen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften" angehören. Im „Jahrbuche" für 1904 berichtet uns der Anwalt dieses Verbandes. Dr. Krüger folgendes: Im Jahre 1904 zählte der Verband 252 Vereine mit 225.916 Mitgliedern. Der Jahresumsatz belief sich auf 55.307.000 Mk., der Reingewinn auf 5.010.000 Mark. Allein diese blossen Zahlen der beiden grössten deutschen Genossenschaftsorganisationen sprechen dem Leser deutlich von der grossen Rolle, welche die Kooperativen in der gesellschaftlichen Produktenverteilung spielen und von dem kolossalen, unschätzbaren Vorteilen, die die Organisation der breiten konsumierenden Massen für sie und d. h. am letzten Ende für das nationale Ganze mit sich bringt. Aber die höchste Form ihrer Entwicklung erreichte die Genossenschaftsbewegung — ganz abgesehen von England — in Belgien. Dieses ärmste Proletariat West-Europas schuf in dieser Richtung etwas wirklich staunenswertes. Wer kennt ja nicht den berühmten „Maison du Peuple" in Brüssel oder den „Vaoruit" in Gent — diese kolossalen und prächtigen Paläste des Arbeitervolkes! Aber kommen wir doch unserem eigentlichen Thema über die — sagen wir — „Hinüberpflanzung" der Genossenschaftsbewegung nach Palästina etwas näher. Nachdem wir in Europa mit Hunderttausenden von Mitgliedern und mit Millionenprofiten bei den Geschäftsumsätzen von mehreren Hunderten von Millionen Mark immer zu tun hatten, so dass unser Auge sich schliesslich ganz an die kolossalen Umfänge und den grossen Rahmen der europäischen Genossenschaftsbewegung gewöhnte, müssen wir jetzt, da wir zu der Betrachtung der Verhältnisse in Palästina kommen, unseren Masstab sehr bedeutend verkleinern. Wenn wir aber nicht die absoluten Zahlen, sondern ihre relative Bedeutung in Betracht ziehen wollen, so müssen wir unbedingt zu der Schlussfolgerung gelangen, dass es nämlich Palästina mit seiner jüdischen Bevölkerung sei, wo die Genossenschaftsbewegung eine grosse und wichtige Rolle zu spielen bestimmt ist wie irgendwo. Und als die sicherste Bürgschaft dafür kann uns die ganze wirtschafts-ökonomische Lage dieses Landes einerseits, und die Ergebnisse der reichen Erfahrungen der Genossenschaftsbewegung der europäischen Länder andererseits, dienen. 180

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