Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 5 (1908)
- Issue
- Heft 8-9
- Article
- Die naturhistorische Abteilung am Bezalel
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 160 (sequence 3)
- Language
- German
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diese kleine Gruppe von Lebendem flösst mir die Hoffnung ein, dass noch ein Tag kommen werde, w}o ich im „Bezalel" aile palästinensischen Tiere vom Mus musculus bis zum Ursus syriacus und vom Riesen der Lüfte, dem Gypaetus barbatus, bis zum winzig kleinen Buschschlüpfer, der Drymoeca gracilis und dem Palästina-Honigsauger, der Cinnyris oseas, lebendig sehen werde. Und die Juden Jerusalems werden einmal einsehen lernen, dass auch im Heiligen Lande alles mit natürlichen Dingen zugeht. Dr. Ernst Müller, Jaffa: Im „Bezalel" In einem ziemlich verborgenen Gässchen Jerusalems war es hinter einem kleinen Gärtchen, wo noch vor wenigen Monaten eine hebräisch und deutsch bezeichnete Aufschriftstafei die Kunstgewerbeschule „Bezalel" anzeigte. Einige wohlbekannte junge Gestalten gingen hier aus und ein und drinnen in den nicht ailzuweiten Räumen herrschte ein emsiges Leben, über dem mit väterlichem Auge der liebenswürdige Wirt des Hauses v/achte. Damals lag in und um den „Bezalel" herum eine gewisse Beklemmung — dem schon zur Zeit des Kongresses fast abgeschlossenen Ankauf eines würdigen Hauses schienen plötzlich Hindernisse in den Weg gestellt und dies sowie jede geringste von aussen stammende Stockung im Fortschritte des Werkes ergriff der scheläugige, nimmermüde Neid, der gerne alles Neue und Eigene noch vor der Geburt ersticken möchte. .. Und vor drei Monaten wurde das Haus, dem Nationalfonds gehörig, das heisst ein nationales Haus eingeweiht, mit Wort und Wunsch, mit Licht und Gesang. Auf einem weithin sichtbaren Platz des neuen Jerusalem, ich glaube auf dem höchsten Punkte im äussersten Norden, steht es, einer Festung ähnelnd. Wer »und was ist der „Bezalel"? Die Frage „wer" ist nicht unberechtigt bei einem Institute, dessen Gründer und Leiter so innig damit verwachsen ist, wie Professor Schatz. Denn er ist nicht nur selbst Künstler, der in seinem „Mathisjahu" makkabäisches Heldentum und in seinen Gestalten der jüdischen Mütter die Tiefe des jüdischen Gemütes plastisch gestaltet hat, sondern in erster Linie die beseelende Kraft, die zugleich lehrt, organisiert, gründet, erzieht und alle Fäden nach aussen und innen webt. Er kennt das ganze alte und neue Jerusalem und will aus ganz Palästina Schätze der Natur und der Erinnerungen sammeln. Und hinter allem steckt noch ein menschensammelndes und erziehendes Prinzip: Arbeit, nicht Frohnarbeit, sondern die von der Hand freien Kunst gesegnete. Manche Pläne, Träume, Zukunftsgedanken tauchen vor uns auf. Es gibt Leute, die darum Professor Schatz einen Phan- 160