Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 5 (1908)
- Issue
- Heft 8-9
- Article
- Das jüdische Museum
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 158 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Helft uns jetzt, dies vergrössern zu können. Man muss in einem Orte alles, was der jüdische Genius geschaffen hat, aufbewahren, Wir brauchen Geld, um alle Gelegenheiten, wertvolle Gegenstände, Antiquitäten, Kunst und Naturalien aus Palästina aufzukaufen und sie nicht in fremde Museen kommen zu lassen wie bisher. Unsere Künstler sollen uns Kunstarbeiten schicken, weiche unseren Schülern als Modelle nützen, den Geschmack der Jugend ausbilden und dem Volke Ehre bringen werden. Wir müssen in der Entwicklung des Bezalelmuseum wie in der des „Bezalel" selbst die Ehre des Volkes sehen. In allen Museen der Welt findet man Namen jüdischer Spender und unter den grössten Künstlern der Welt sind Juden bekannt. Vergesst auch nicht, Künstler und Amateure, unseres alten Vaterlandes und helft dem Bezalelmuseum sich weiter zu entwickeln. Aharoni, Jerusalem: Die naturhistorische Abteilung am „Bezalel". Als ich von Herrn Prof. Dr. Max Blankenborn Mitte Januar 1. J. eingeladen wurde, den zoologischen Teil der Expedition zu übernehmen, die Seine Majestät der Sultan ausschickte, um das Tote Meer und dessen Umgebung naturalistisch zu erforschen, war mein erster Gedanke an das Museum des „Bezaiel": Wie durfte ich das mit so vielen Opfern und Anstrengungen geschaffene Museum bei der Uebersiedlung des „Bezaiei" in sein neues Heim verlassen, wo doch alles so leicht beschädigt werden konnte? Aber Prof. Schatz versicherte mir, sich alle erdenkliche Mühe zu geben, um die Naturalien unbeschädigt hinüber zu transportieren. Und als ich nun von Konstantinopei zurückkehrte, wo ich den Teil der zoologischen Ausbeute am Palais arrangiert hatte, eilte ich schnell in den „Bezalel". Und wie erstaunt war ich, nicht nur alles Frühere an Säugetieren, Vögeln, Fischen, Reptilien und Insekten ganz unversehrt zu finden, sondern noch eine Anzahl ganz neuer Objekte aufzufinden. Und noch mehr war ich begeistert und erfreut über die Abteilung der lebenden Tiere. Denn wiederholt beklagte sich Prof. Schatz imvorigen „Bezalel" über den Mangel an Raum für lebende Tiere, deren Wert für den Künstler sowohl als auch für das Volk viel höher ist als der toter Objekte. Und wie wichtig die Sammlung lebender Wesen gerade für die Jerusalemiten ist, beweist uns folgender Fall: Em Jerusalemer Hotel-Cicerone führte ein ältliches Ehepaar aus Russland in den „Bezalel" ein und explizierte ihnen alles Auffällige. Als sie nun zur Zamenis carbonaria gelangten, sagte ihnen der Führer: „Sehet Ihr diese grosse schwarze Schlange? Die speiet ihr Gift auf eine Entfernung von vier Metern und 158