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Palästina · 1908-01-01 · Heft 8-9 · p. Seite 150

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
5 (1908)
Issue
Heft 8-9
Article
Die Kunstgewerbeschule Bezalel in Jerusalem
Date
1908-01-01
Page
Seite 150 (sequence 7)
Language
German
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seine Pläne ausführen kann. Wird man ihm die nötigen Mittel geben, dann wird er ein Segen für unser altes Vaterland sein, er wird — und das ist kein Traum, ein Hauptfaktor unseres Wiederauflebens im heiligen Lande, er wird hier Üie Zentrale für Arbeit, Kunst und Wissenschaft sein! Josua Benmosche, Jerusalem: Lag-Baomer im Bezalel. Lag-Baomer war immer bei uns Palästinenser als ein Festtag gefeiert. An diesem Tage versammeln sich die Juden Jerusalems auf dem Felde vor dem Grabe Schimon-Hazadiks, Simon des Gerechten, verbringen den Tag mit Weinen und Gebeten und bei dieser Gelegenheit erlauben sie sich, etwas von dieser Welt zu geniessen. Die Frommen reisen sogar nach Meron bei Saffed, um dort an der bekannten Hadllaka auf dem Grabe des Rabbi Schimon ben Jochai teilzunehmen. Und das Fest Lag-Baomer ist bei uns viel bedeutender geworden, seit die Kunstgewerbeschule „Bezalel" hier gegründet worden ist und sie den Lag- Baomer als ihren Jahrestag erwählt hat. Voriges Jahr veranstaltete der „Bezalel" seine erste Jahresausstellung, oder vielleicht richtiger gesagt, überhaupt die erste Ausstellung in Palästina, an welcher denn auch alle Jerusalemer ihre Freude hatten. Daher war die Leitung des „Bezalel" sicher, dass auch die diesjährige Ausstellung von allen besucht sein würde, besonders, wo heute alle wissen, dass der „Bezalel" sein neugekauftes Haus einweihen wird. Und es war wirklich so. Schon am Morgen war die Bezalel- Strasse belebt von vielen hohen türkischen Beamten, Konsuln und anderen Honorationen der Stadt, die kamen, um die Ausstellung zu besuchen. Trotz des grossen Raumes des neuen Hauses war es doch von Besuchern überfüllt, die ihre Bewunderung über alles, was sie gesehen haben, laut ausdrückten. Sie hatten auch Grund sich zu wundern, denn sie sahen, dass im Verlaufe von zwei Jahren bereits im Museum eine bedeutende Kollektion an Wissenschaft, Antiquität und Kunst zusammengebracht hatte; sie sahen ein Musterlager verschiedener schöner Teppiche, Möb2l, Holzschnitzereien, Perlmutter-und Steinarbeiten; sie sahen einen Salon, dessen Wände mit schönen Studien von verschiedenen Typen, Landschaften und originellen Zeichnungen bedeckt waren. Und alle waren mit der Ausstellung zufrieden 'und drückten ihre Freude dem Direktor der Schule laut aus. Die Hauptfeier fing erst am Abend an. Das schöne Haus des Bezalel, welches sich auf einem der höchsten Punkte Jerusalems befindet, war von den vielen Fackeln und hunderten Laternen hell beleuchtet und es glich einem Leuchtturme, welcher aller Augen auf sich zog. Der Saal des Bezalel war von den Grössten Jerusalems und manchen Gästen aus der Provinz 150

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