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Palästina · 1908-01-01 · Heft 7 · p. Seite 130

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
5 (1908)
Issue
Heft 7
Article
Die jüdische Arbeiterfrage in Palästina
Date
1908-01-01
Page
Seite 130 (sequence 2)
Language
German
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diese Arbeit — Arbeiter sind auch genügend vorhanden, aber diese Arbeiter sind nicht Juden, sondern Araber und die Arbeitgeber sind nicht Araber, sondern Juden. Kurz gesagt: Jüdische Herren, jüdische Kolonisten beschäftigen arabische, also fremde Arbeiter! Wollen wir nun in Palästina etwas erreichen, so können wir dem nicht gleichgültig zusehen, wir können es nicht gutheissen, dass in unserem Zukunftsland die produktiven Klassen Fremde sein sollen. Wir können es nicht zulassen, dass andere unsere Felder bebauen, auf unseren ökonomischen Gütern schalten sollen, weil Kvir uns dadurch schaden und unsere Hoffnung auf die Zukunft viel kleiner machen. In Palästina wraren stets jüdische Arbeiter, aber man hat es nicht verstanden, sie als Arbeiter zu unterstützen, man hat die Wichtigkeit dieser Aufgabe nicht erfasst. Die ersten jüdischen Arbeiter kamen nach P., als die Kolonisation ihren Anfang nahm und sie haben in den neu gegründeten Kolonien fleissig gearbeitet. Man hat alsbald gesehen, dass die Lage dieser Arbeiter eine schlechte war und dass bei solchen Verhältnissen es für dieselben unmöglich war im Lande als A r b e i t e r sich fortzubringen. Die Mitglieder der russischen „Chowewe Zion" sammelten Geld für den sog. Arbeiterfond, aber ausserhalb Palästinas fand man keine Mittel diesen Arbeitern als Arbeiter zu helfen, man suchte nicht ihre Existenzbedingungen zu erleichtern, um sie dem Arbeiterstande zu erhalten. Ausserhalb Palästinas hatte man das Geld vom Arbeiterfond für andere Zwecke bestimmt und zwar begründete man damit eine neue Kolonie „Kastinie", in welcher man dann einige jüdische Arbeiter unterbrachte. Das für die Kolonie gesammelte Geld war aber zu wenig und gar bald mussten daher einige Kolonisten dieselbe verlassen. Mit der Kolonie haben sie auch das Land verlassen und sind nach Australien, Amerika, Südafrika usw. ausgewandert. Im Jahre 1S98 gründete Baron Rothschild eine Kolonie und besetzte sie mit einigen Arbeiterfamilien; diese Kolonie verfügte über grössere Geldmittel; es war daher möglich einige Arbeiter daselbst als Kolonisten anzusiedeln — aber die jüdische Arbeiterfrage in P. wurde dadurch nicht gelöst. Besser ist dieser Frage der Verein „Esra" näher getreten; er hat es verstanden die Arbeiter dem Lande als Arbeiter zu erhalten und zu diesem Zwecke hat er im Jahre 1SQ7 in der Kolonie „Rechovoth" fünf Häuser für die Arbeiter erbaut. Er hat einigen Arbeitern je 10 Dunam Land überwiesen; allein die Mittel des Vereins waren sehr beschränkt, weshalb er nach dieser Richtung hin nichts weiteres leisten konnte. Als nun die jüdische Presse sich der Arbeiterfrage annahm und die Arbeiter selbst ihre traurige Lage schilderten, da nahm die „Ika" sich derselben an — und schickte die 130

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