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Palästina · 1908-01-01 · Heft 5-6 · p. Seite 94

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Journal
Palästina
Volume
5 (1908)
Issue
Heft 5-6
Article
Systematische Palästina-Arbeit
Date
1908-01-01
Page
Seite 94 (sequence 1)
Language
German
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Systematische Palästina Arbeit. 1. Schulfragen. Grosszügige, vielleicht zu weitsehende Programme gibt es einige. Hier ist nicht der Ort dieselben etwa zu kritisieren. Aber den meisten fehlt es, die Gegenwart derart zu berücksichtigen, dass wir die vielen kleinen (bestehenden Mängel beseitigen können. Wir wollen nicht verfehlen, trotzdem wir in vielen Punkten mit dem Verfasser divergieren, speziell hiebei auf Ussischkin „Das Programm" hinzuweisen. Die letzten zwei Jahre brachten geringe Auslese auf diesem Gebiete und darum sollen diese Zeilen die Anregung geben, dass auch das Programm des Augenblicks einer literarischen, breiteren Würdigung unterzogen wird. Einige Momente wollen wir hiezu schon jetzt hervorheben. j Dias Wesen des jüdischen Schulwerkes in Palästina ist ziemlich bekannt. Ursprünglich von der Alliance besonders gepflegt, war es hauptsächlich hierin jüdisch, dass arme Juden französischen, englischen [und deutschen Unterricht mit geringster Berücksichtigung der jüdischen Religionslehre, der hebräischen Sprache etc. erhielten. Es waren eigentlich französische Schulen für Juden. Durch die Arbeit der Choweweh Zion und das verständnisvolle Eingehen des Hilfsvereins der deutschen Juden auf die Wünsche der einheimischen Bevölkerung nahmen die palästinensischen Schulen allmählich jüdischen Charakter an. Die einzige mögliche Volkssprache der Juden Palästinas, das Hebräische, kam zu ihrem Recht und schuf gleich eine Brücke der Verständigung für die Jugend des Landes, die vorher in zehn verschiedenen Sprachen unterrichtet worden war. Allein noch immer ist das S chulpr ogr amm der einzelnen Schulen, und wir denken vor allem an die Volksschulen, ein noch recht verschiedentliches. Noch finden die verschiedentlichsten Lehrstoffe in den einzelnen Schulen bald zu viel bald zu wenig Beachtung. Aber noch auffallender und schädlicher ist - die Systemlosigkeit bei Gründung neuer Anstalten. Es fehlen solche an einigen Orten, so dass die Jugend, besonders die weibliche, keinen entsprechenden Unterricht findet, während von verschiedentlichen Seiten zur Begründung neuer Schulen anderorts, wo das Bedürfnis nicht so vordringlich, ist, geschritten \wnrL Besonders wollen (wir hier zu bedenken geben, ob die in letzter Zeit ziemlich ins Kraut schiessenden Mittelschulen nicht sehr zu beschränken seien. Die jüdische Bevölkerung Palästinas ist nicht gross und grösstenteils arm. Seit letzter Zeit ist von zionistischer und orthodoxer Seite in Europa die Parole 94

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