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Palästina · 1908-01-01 · Heft 4 · p. Seite 60

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
5 (1908)
Issue
Heft 4
Article
Frauenarbeit in Palästina
Date
1908-01-01
Page
Seite 60 (sequence 4)
Language
German
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rinnen, die in die Häuser gehen, denn wo gäbe es Krankenhäuser, die alle Kranken fassen könnten, Pflegerinnen für die Allerkleinsten, die Säuglinge, die durch Belehrung und Tat die Mutter unterstützen? Pastor Eberhard (Kotelow): Die Bedeutung der Palästinaforschung für die Bibel- Der Spaten ist schon oft als die Apologie der Bibel bezeichnet "worden, und zwar gleicherweise mit Bezug auf die geschichtlichen Angaben wie auf den Text der Bibel. Aber kaum je dürfte dieses Urteil in Bezug auf die Zuverlässigkeit des Bibeltextes so schlagend erhärtet sein, als es jüngst bei der englischen Ausgrabung der alten kananitischen Königsstadt Geser (Jos. 12, 13) auf dem Gebirge Juda, am Wege von Jaffa nach Jerusalem, geschehen ist. Und durch die dort gemachten Funde und Entdeckungen fällt gerade auf einige Kapitel der Bibel Licht, welche bisher textlich unentwirrbar schienen und selbst bei weitgehenden Aenderungen des Wortlautes mit ihren genealogischen Reihen dem Forscher noch erhebliche Schwierigkeiten boten. Es sind die Kapitel 2—4 des ersten Chronikabuches, die das Geschlechtsregister des Stammes Juda berichten, im besonderen 1. Chron. 4, 16—23. Die einzelnen: hier genannten Eigennamen scheinen von den Abschreibern nicht richtig wiedergegeben, ihre Abfolge ist eine unklare, und ausserdem kehren manche der genannten Personennamen, wie Hebron, Gedor, Ziph u. a. auch als Städtenamen wieder. Diese Umstände haben neuere Schriftforscher zu der Annahme veranlasst, es handle sich in diesen Stammbäumen nicht sowohl um die Register von Personen als um Verzeichnisse von Familien und Stämmen, und infolgedessen eroberte die Ueberzeugung weite Kreise, dass jene Geschlechtsreihen nicht die verwandtschaftlichen Grade zwischen Individuen, sondern eine geschichtliche Abfolge in der Kolonisation darstellen sollten, etwa nach dem Schema: Mutter- und Tochterstädte. Es war eine Hypothese, die zunächst einleuchtete, weil sie manche Schwierigkeiten hob; aber dieselbe Hypothese schuf auch wieder neue Schwierigkeiten, z. B. in der Zeitrechnung usw.; das Dunkel über jener Stelle wurde nicht gelichtet. Ja es schien undurchdringlich, denn man konnte doch kaum von den Ausgrabungen, die seit dem Jahre 1900 im Süden, seit 1902 im Norden des Landes im Gange sind, erwarten, dass sie über so 'spezielle Fragen Aufschluss bringen würden. Aber es gehört zu den Ueberraschungen, an denen die Untersuchung des Hügelrückens von Geser mittelst Hacke und. Spaten so reich gewesen ist, dass durch sie auch diese Eigennamen von 1. Chron. 4 ihr gutes geschichtliches Recht als Personennamen wieder er- 60

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