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Palästina · 1908-01-01 · Heft 3 · p. Seite 47

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Journal
Palästina
Volume
5 (1908)
Issue
Heft 3
Article
Das Schulwerk des Hilfsvereins in Palästina
Date
1908-01-01
Page
Seite 47 (sequence 5)
Language
German
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kommen könnte. Endlich sind an den grossen Centren jüdischen Lebens im Orient Schulen zu errichten, die die bildungsbedürftigen Elemente noch zu einer höheren Stufe der Entwickelung führen. Der Hilfsverein der Deutschen Juden hat demgemäss an die treffliche Lämelschule in Jerusalem ein Lehrerseminar angegliedert, das für den gesamten Orient brauchbare Lehrkräfte allmählich stellen wird, und andererseits ist an die Lämelschule eine Handelsrealschule angefügt, die Kaufleute für den Orient nach europäischem Muster ausbilden soll. Als eine dringende Aufgabe der Zukunft erscheint es endlich, dass auch ein nach europäischem System eingerichtetes Technikum für unsere Glaubensgenossen im Orient begründet wird. Die Bahnbauten, die Hafen-, Chaussee-, Brückenbauten, die Flussregulierungen, die allmählich im .Orient in Angriff genommen werden müssen, und zum' Teil bereits in Angriff genommen werden, werden das Land wieder einer blühenden Kultur zuführen; alle diese Aufgaben, wie auch das allmähliche Entstehen von Fabriken, erfordern tüchtige Techniker. Bisher liefert Europa diese Techniker. Würde ein Technikum im Orient vorhanden sein, so würden die dort ausgebildeten Juden leicht den ausserordentlichen Vorteil haben, dass sie nicht allein über die nötigen technischen Kenntnisse verfügen, sondern zugleich die Landessprache kennen, und wenn unsere Glaubensgenossen so ausgerüstet sind, so ist nicht daran zu zweifeln, dass sie sich gesicherte Lebensstellungen werden erkämpfen und Träger der Kultur im Orient werden können. Diese Hoffnung ist umso berechtigter, da hohe türkische Beamte in Unterredungen mit Herrn Dr. Nathan keinen Zweifei darüber Hessen, dass man auch im Staatsdienst Juden gern anstellen würde, wenn sie die nötigen Kenntnisse besässen und vor allem die Landessprache beherrschten. Man wird Juden unter solchen Voraussetzungen eher in den türkischen Staatsdienst ziehen, weil man von ihnen gefährliche politische Aspirationen wie vor allem von Griechen und Armeniern nicht erwartet. Ein letzter Faktor von ausserordentlicher Bedeutung für die Ausbildung der Juden im Orient sind schliesslich die dortigen Taimud-Thora-Schulen. {Fortsetzung folgt.) □- Kirche, Schule und Mission. In Palästina sind derzeit mit der Judenmission beschäftigt: zunächst die Londoner Gesellschaft zur Verbreitung des Christentums unter den Juden. Sie ist die bedeutendste und gruppiert sich um die nahe beim Jaffator gelegene Christuskirche. Hier sind innerhalb acht Jahren 692 Juden getauft worden, die 47

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