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Palästina · 1908-01-01 · Heft 3 · p. Seite 42

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
5 (1908)
Issue
Heft 3
Article
Professor und Pfarrer Dr. Konrad Furrer
Date
1908-01-01
Page
Seite 42 (sequence 2)
Language
German
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eigene Anschauung. Als junger Theologe hatte er eine mehrmonatliche Reise dorthin unternommen und seine Reiseeindrücke in einem Buche niedergelegt, „Wanderungen durch das heilige Land" betitelt, das jetzt in der 5. Auflage erschienen ist. Es ist ein prächtiges Buch, das jeden Palästinafreund erfreuen muss, wenngleich die Darstellung mehr im christlichen Sinne gehalten ist und die Stätten, die dem Christen heilig sind, ausführlicher beschrieben sind als diejenigen Orte und Denkmäler, welche uns an die Geschichte der jüdischen Urzeit erinnern. Doch ist das Buch vorurteilsfrei und unabhängig, es will nicht dozieren, sondern nur beschreiben. Im Jahre 1863, als Furrer das Land bereiste, waren die Verhältnisse Palästinas noch ganz anders wie heute. Es gab noch keine Eisenbahn und von europäischer Kultur war nichts zu bemerken. Furrer bewundert „den Reiz charaktervoller ungetrübter morgenländischer Ursprünglichkeit", den er damals antraf und bemerkte Lebensformen, die im Wandel zahlloser Menschengeschlechter wesentlich sich gleich geblieben. Er schreibt in der Einleitung seines Buches: „Oftmals war es mir zu Mute, als sei ich mit einem Schlage um Jahrtausende zurückversetzt, als könne ich die Zeitgenossen Abrahams oder Samuels wiedersehen. Die Bilder und Gleichnisse der Bibel entrollten sich in kaum übersehbarer Fülle vor meinen Augen und entzückten mich in ihrer Heimat mit derm vollen, warmen Hauch jugendlichen Lebens." Diese Reise hat für Furrer unvergessliche Eindrücke zurückgelassen und wurde ihm zur Fundgrube wissenschaftlicher bes. geographischer Kenntnisse. Er wurde später Professor an der Züricher Universität und las hier seit Jahren Kollegien über Religionsgeschichte und Geographie Palästinas, die von den Theologen und den Hörern der semitischen Sprache mit Vorliebe besucht wurden. Wie schön schilderte er die Verhältnisse Palästinas! So wird auch in seinem Buche über die Beschaffenheit des Bodens und die Fruchtbarkeit des Landes gesprochen, und zwar heisst es dort (S. 20): „Häufiger zeigten sich Oelbaumgärten, bestellte Felder. Selbst an einem Weingarten führt der Weg vorbei. Die Reben bildeten 4—5 hohe Bäumchen, die etwa 8 Fuss auseinander standen. Dabei fehlte auch der Feigenbaum nicht in demselben steinumhegten Bezirk. Nicht »selten waren beide in einander verschlungen." Furrer war begeistert von Palästina, namentlich von dem Palästina im Frühjahr, wenn Feld und Wald in prächtiger Blüte stehen und die Farbenpracht der Natur das Auge entzückt. Für ihn war und blieb Palästina das Land der Zukunft. Er verhiess dem Lande, wo einst Milch und Honig floss, die schönsten Zeiten im Wandel der Politik und hatte viel zu klagen über die Faulheit und Trägheit der Araber, die den fruchtbaren Boden brach liegen Hessen und ihn nicht zu bebauen 42

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