Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 5 (1908)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Ein jüdisches Technikum in Palästina
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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gegen in steter Arbeit für die kulturelle, jüdische Entwickelung gegeben. Wie wir hören, hat der Hilfsverein schon ein Kuratorium für das geplante Technikum gebildet, dem Achad Haam, der Hebraist und Philosoph, Dr. Schemarja Lewin u. a. angehören. Damit liegt auch diese Seite in den besten Händen. Wenn es nun auch viele und nicht zu kleine Schwierigkeiten zu überwinden gilt, so sind doch die anderen Wünsche zeitlich so rasch erfüllt worden, dass sie unsere stillen Hoffnungen bei weitem überflügelten. Mit der Schaffung eines jüdischen Technikums wird dem jüdischen Leben, der sozialen und kulturellen Betätigung des Juden erst ein fester Mittelpunkt gegeben. Wenn es auch auf einige Zeit keine universelle Hochschule sein wird, was liegt daran? Freude beschleicht uns, dass wir endlich in einer Zeit leben, wo die grosszügige Palästinaarbeit von Tag zu Tag erfreuliche Fortschritte zeitigt. In diesem Sinne gedenken wir dieser jüngsten ünternehmung und begrüssen alle einschlägigen Arbeiten aufs lebhafteste. =□ Bus den ßauptstädteth Jerusalem. Jerusalem entwickelt sich auch in architektonischer Beziehung durchaus zum Vorteil. Fortwährend entstehen ganz neue Strassen und Plätze. Die Häuser werden meistens von jüdischen Gesellschaften gebaut, die sich ausschliesslich jüdischer Arbeiter bedienen. Auf diese Weise entstehen ganze Häuserviertel mit jüdischen Benennungen, z. B. „Sichron Möschen" ,„Bathe-Aschwah" usw. U. a. wird von einer hiesigen Baugesellschaft der Bau einer grossen Talmud.Thora unternommen, die vierzig Zimmer enthalten soll und für die bereits ein Kapital von mehreren 10000 Frcs. vorhanden ist. Vor einiger Zeit war viel die Rede von einer neuen Richtung innerhalb der Chalukahkreise. Man sprach von der Gründung einer Arbeitskolonie für junge Leute, die bisher nur auf die Chalukah angewiesen waren. Es sollte damit die Möglichkeit geschaffen werden, diesen jungen Leuten eine Nebenbeschäftigung mit landwirtschaftlichen Kleinarbeiten zu gewähren, ohne sie ganz von ihrem Studium abzulenken. Angeblich handelte es sich um ein grosses Terrain, das spottbillig zu erlangen wäre und wofür in der ganzen Welt Sammlungen unternommen wurden. Nun stellt sich aber heraus, dass es sich lediglich um ein paar Dunam schlechtes Land handelt, das ganz versumpft und auch von Malariakeimen nicht frei ist. Das Bekanntwerden dieser Tatsache hat viel böses Blut gemacht und mannigfache heftige Auseinandersetzungen hervorgerufen. Die vor kurzem gegründete Gesellschaft Bnei Jehuda bezweckt die Hebung der gewerblichen und industriellen Lage Palästinas. Dass 29